Bitte warten...

Hintergrund Der Nationalpark Schwarzwald

In Deutschland gibt es 15 Nationalparks - seit Januar 2014 auch einen in Baden-Württemberg. Wo genau ist das Gebiet des Nationalparks Schwarzwald, was kostet er und was bedeutet der Park für die Natur?

Der Park im Nordschwarzwald besteht aus Staats- und Kommunalwald rund um den Hohen Ochsenkopf (Kreis Rastatt/Stadtkreis Baden-Baden) und den Ruhestein/Schliffkopf (Kreise Ortenau/Freudenstadt).

Die ausgewählten Nationalparkflächen liegen auf Gemarkung der Gemeinden Oppenau, Ottenhöfen und Seebach (Ortenaukreis), Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) sowie Forbach (Kreis Rastatt). Baden-Baden und Bühl haben darüber hinaus rund 600 Hektar eigene kommunale Waldflächen eingebracht.

Zwei Teile, getrennt durch einen Waldstreifen

Der Nationalpark ist mehr als 10.000 Hektar groß. Er besteht aus zwei Teilen und ist einer der größten Waldnationalparks in Deutschland. Auf ganz Baden-Württemberg gesehen gehören 0,7 Prozent der Waldfläche des Landes zum Nationalpark.

Das Nationalparkgebiet liegt in großen Teilen in Höhenlagen über 800 Metern und ist Bestandteil des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Dieser ist mit einer Fläche von 375.000 Hektar mehr als 30 Mal so groß wie der Nationalpark. Anfang des Jahres ging der Nationalpark zunächst mit einem Budget von 7,2 Millionen Euro an den Start. Zentrum ist am Ruhestein. Dort sitzt die Verwaltung und dort soll auch ein Besucherzentrum entstehen.

Rückzug für bedrohte Arten

Das für Baden-Württemberg einmalige Schutzgebiet soll nun Rückzugsraum für bedrohte und seltene Tier- und Pflanzenarten werden. Wölfe oder Bären sollen nicht aktiv angesiedelt werden. Nach Überzeugung der Landesregierung wird es auch Impulse für Tourismus, Handel und Gewerbe geben.

Warten auf den "Urwald" im Nordschwarzwald

Wie entsteht "echte Wildnis"?

Ein bestehender Wald entwickelt sich innerhalb von etwa 25 bis 30 Jahren in "echte Wildnis", die in einem Nationalpark herrschen soll. Am Anfang gibt der Mensch noch Starthilfe für die Umgestaltung - so lange ist er ein so genannter Entwicklungsnationalpark. Im Nordschwarzwald könnten dadurch wegen des Borkenkäfers etwa Fichten geschlagen und durch Tannen oder Buchen ersetzt werden. Vorgesehen ist letztlich, dass mindestens 75 Prozent des Waldes sich selbst überlassen werden. Bis zu ein Viertel der Fläche kann als so genannte Pflege- oder Pufferzone genutzt werden, in der Waldmanagement und Biotoppflege betrieben wird.

Unterschiedliche Interessen und Einschätzungen

Banner der Nationalparkgegner

Viele sind gegen das Projekt

Am Nationalpark Schwarzwald scheiden sich die Geister. Neben der Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt werde Wildnis für den Menschen erlebbar, schwärmen Befürworter. Die holzverarbeitende Industrie hingegen fürchtet Umsatzeinbußen. Zudem könnte sich der Borkenkäfer ungehindert ausbreiten und dadurch Probleme bereiten.