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Elektromobilität führt in Deutschland - im Vergleich zu anderen Ländern - immer noch ein Nischendasein. Der Bundesverband E-Mobilität sagt, was sich verbessern muss.

Anzahl der Ladesäulen nimmt zu

Zu hoher Preis, zu geringe Reichweite, zu wenige Ladesäulen: Es gibt einige Argumente für Benzin- und Dieselautofahrer, im Moment lieber noch nicht auf ein Elektroauto umzusteigen. Aber es tut sich was, etwa bei der Zahl der Ladesäulen. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es bundesweit inzwischen 23.840 davon - das ist ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In zehn Jahren sollen es eine Million sein, so der Plan der Bundesregierung.

Kompliziertes System - "Standards bis 2022"

Aber momentan ist es noch nicht so weit. E-Auto-Fahrer müssen oft nach Lademöglichkeiten suchen und stehen dann immer wieder vor schlecht funktionierenden und kompliziert zu bedienenden Ladestationen. Geht das nicht einfacher? "Das ist die Frage, die wir uns seit Jahren stellen", sagt der Präsident des Bundesverbandes E-Moblität, Kurt Sigl, im SWR. Er kritisiert den Mangel an Ladesäulen und dass man den Ladestrom nicht mit Kreditkarte zahlen kann, räumt aber auch ein, dass sich etwas tut: "Es wird besser, Jahr für Jahr, und wir gehen davon aus, dass wir dann bis 2022 mit Sicherheit schon Standards haben, die uns da weiterhelfen."

"Deutschland hat sich gegen E-Auto gewehrt"

Als Grund für den schleppenden Ausbau der Lade-Infrastruktur sieht Sigl, "dass wir uns in Deutschland nicht nur gegen Ladesäulen, sondern gegen das E-Auto schlechthin gewehrt haben. Jetzt ist der Dornröschenschlaf beendet, und jetzt geht es plötzlich los. Allerdings gibt es eine Aufholjagd."

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Am meisten wird zuhause und am Arbeitsplatz geladen

Ein entscheidender Punkt aus Sicht des Verbandes: "80 Prozent der Ladevorgänge finden zuhause oder beim Arbeitgeber statt." Eines der wichtigsten Themen sei deshalb, das Wohneigentumsgesetz zu ändern, "damit man zuhause laden kann, und nicht, wenn man in einer Wohngemeinschaft lebt, ein einziger Mitbewohner sagen kann: Das will ich nicht, und dann wird es auch nicht passieren, dass ich mir selber in meiner Tiefgarage eine Ladeinfrastruktur anlege."

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