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Die Kultusminister beraten am Donnerstag über die Corona-Strategie an den Schulen. Vorschläge, wie es besser laufen könnte, hat Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.

Über Schulfragen entscheiden die Länder grundsätzlich selbst - und dementsprechend herrscht hinsichtlich Schulöffnungen und Teststrategien ein Flickenteppich in Deutschland. Während die Kultusminister der Länder heute inmitten der dritten Corona-Welle beraten, werden die Rufe nach Einheitlichkeit immer lauter - auch von der Bundesschülerkonferenz. Deren Generalsekretär, Dario Schramm, hat im SWR ein düsteres Bild zur Stimmungslage der Schüler gezeichnet:

"Die Stimmung ist total frustriert. Wir wollen uns alle an die Regeln halten, aber das wird zunehmend schwieriger, weil man ein Hin und Her hat: Zuerst gilt das, dann wieder nicht. Dann hört man: Schule und Bildung sind das Wichtigste, aber so wird nicht mit uns umgegangen. Wir sind hier kein Spielball in einem großen Fußballspiel."

Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Schramm, der selbst in Bergisch-Gladbach die 13. Klasse besucht, gibt zu, vor Schulbeginn nächste Woche "ein mulmiges Gefühl" zu haben. Für ihn stünden Abiturprüfungen an und er habe nicht das Gefühl zu wissen, was wirklich auf ihn zukommt.

Schülertransport ohne Abstand absolut "irrsinnig"

Besonders ärgerlich für den Vertreter der Bundesschülerkonferenz ist das Thema Schülertransport. Diese Transport-Frage endlich zu klären, sei "Hausaufgabe der Politik". Es sei absolut irrsinnig, dass Schüler im Klassenraum penibel auf Abstände achten, in Bus und Bahn aber total durchmischt sind und "überhaupt keine Abstände" einhalten könnten.

"Da gibt es seit Monaten Konzepte, zum Beispiel, dass sich Schulen mit unterschiedlichen Startzeiten absprechen. So kann man zumindest verhindern, dass sich Schulen durchmischen. Man kann auch schulintern schauen: Der eine beginnt um 8:15 Uhr, der andere um 8:30 Uhr. Da muss man gar nicht so viel Zeit in die Hand nehmen, um das umzusetzen."

Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Ja zur Testpflicht - und zwar an allen Schulen

Unverständlich seien auch die unterschiedlichen Teststrategien. Einige Bundesländer schreiben Corona-Tests vor, andere wie Hessen oder Rheinland-Pfalz setzen bisher noch auf Freiwilligkeit. Das widerspricht für Schramm jeglicher Logik: "Es macht nur Sinn, beim Testen eine Linie zu fahren: Entweder es gibt die Pflicht oder es gibt sie nicht." Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn ein Freund, der ein paar Kilometer entfernt über der Landesgrenze wohnt, sich vor Schulantritt testen lassen muss, und man selbst nicht.

Insgesamt befürwortet Schramm eine Testpflicht: "Grundsätzlich finde ich die Idee, dass Schülerinnen und Schüler nur mit negativem Corona-Test auf das Schulgelände kommen, absolut richtig."

Mischung aus Tests in Schulen plus kostenlosen Bürgertests

Den Test von geschultem Personal in den Schulen durchführen zu lassen anstatt unbeobachtet zu Hause, findet der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz sinnvoll: "Da bin ich der Meinung, das ist besser, da das vor allem bei den Jüngeren dann betreut wird." Insgesamt plädiert Schramm zusätzlich dafür, die kostenlosen Bürgertests ein Mal pro Woche in Anspruch zu nehmen. "Die Mischung macht es am Ende."

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