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Bundesregierung plant Barzahlungen auf 5.000 Euro begrenzen

Barzahlungen über 5.000 Euro könnten bald verboten sein - das plant wohl die Bundesregierung. Damit sollen Geldwäsche und Terrorismus bekämpft werden. Kritiker warnen vor Konsequenzen für Verbraucher.

Juwelier

Bargeld-Limit 5.000 Euro: Kritiker warnen Verbraucher - Händler fürchten Umsatzeinbußen

Von Christof Gaißmayer, SWR-Wirtschaft, und Uwe Lueb, SWR Hauptstadtstudio Berlin

Eine Uhr für 8.000 Euro, eine schicke Diamant-Halskette für 6.000 Euro. Beim Juwelier kann man ganz schnell viel Geld los werden. Mancher Kunde zahlt so hohe Beträge gerne cash. Das gibt es, so der deutsche Einzelhandelsverband, auch beim Möbelkauf oder in Fachgeschäften mit Luxusartikeln.

Bedenken im Handel - und auch beim Autokauf

Ein Autoverkäufer übergibt einem Kunden einen Autoschlüssel.

Autokauf: Einfacher mit Bargeld

Kein Wunder sieht man dort die jetzt diskutierte Bargeld-Obergrenze von 5.000 Euro kritisch. Die Händler fürchten, dass einige ihrer Kunden dann lieber aufs Einkaufen verzichten.

Auch beim Autohandel, wo sehr viel bar läuft, stellt man sich die Frage, wie das künftig gehen soll. Darauf gibt es derzeit keine Antwort. Aber eine Erklärung, warum viele Politiker gerne eine Bargeld-Obergrenze hätten.

Europäische Lösung zur Terrorismusbekämpfung gesucht

Bargeld

Geldwäsche und Steuerhinterziehung soll eingedämmt werden

Angesichts der deutlich gestiegenen Terrorgefahr hofft man, durch Einschränkungen und Kontrollen im Geldverkehr die Finanzierung von Terrorismus zu erschweren - und auch die Geldwäsche besser bekämpfen zu können. So drängt die Bundesregierung offenbar auf eine europäische Lösung - ein einheitliches Bargeld-Limit in Europa. Sollte das nicht klappen, soll Berlin bereit sein, eine Bargeld-Obergrenze auch alleine einzuführen.

Das Bundesfinanzministerium folgt damit der Empfehlung aus einer Studie über Schwarzgeld. Bargeld insgesamt abschaffen will das Ministerium nicht. Im Kampf gegen Schwarzgeld sei es aber wichtig, sowohl die Herkunft als auch den weiteren Verlauf von Geld zu verfolgen.

Finanzstaatssekretär Meister sagte, das solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. Deutschland wolle das voraussichtlich schon auf der nächsten Sitzung der EU-Finanzminister thematisieren. Nach der Studie im Auftrag des Finanzministeriums waschen Kriminelle bis zu 100 Milliarden Euro Schwarzgeld in Deutschland - pro Jahr. Das Problembewusstsein dafür sei auf allen Ebenen noch zu wenig ausgeprägt.

Mit Kreditkarte zahlen hinterlässt nachvollziehbare Spuren

 EC-Karten

Digitale Spuren mit EC- und Kreditkarten

Dabei warnen Verbraucherschützer. Denn längst läuft die Diskussion, Bargeld ganz abzuschaffen. Eine Obergrenze beim Bezahlen wäre dazu ein erster Schritt. Deshalb gibt es Kritik. So erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Bargeld sei gelebter Datenschutz. Zahlten Menschen mit Karte, hinterließen sie Datenspuren, die kommerziell genutzt werden könnten.



Online: Heidi Keller und Christine Trück