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Bäcker als Unternehmensgründer "Brotpuristen" aus Speyer mit KfW-Preis ausgezeichnet

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"Die Brotpuristen" in Speyer setzen auf Brot, das ohne industrielle Zutaten auskommt. Hierfür ist Ladeninhaber Sebastian Däuwel am Donnerstagabend mit dem "KfW-Award Gründen" ausgezeichnet worden.

Nur von Dienstag bis Freitag öffnet Sebastian Däuwel sein Geschäft und dann auch nur ab 15.30 Uhr für zweieinhalb Stunden. Trotzdem laufe der Laden gut, sagt der Unternehmensgründer im SWR. Vielleicht weil das Konzept etwas Neues sei, denn im Angebot habe er nur vier Brotsorten. "Dafür haben wir uns auf die Fahne geschrieben, dass wir die Brote, die wir jeden Tag backen, mit einer sehr guten Qualität aus dem Ofen holen." Außerdem setze er auf Transparenz mit der "offenen Backstube", in der immer ein Bäcker ansprechbar sei. Dieses Konzept komme bei den Kunden in Speyer sehr gut an. "Darauf sind wir stolz", ergänzt Sebastian Däuwel.

Brot schmeckt anders durch selbstgezüchteten Sauerteig

Bei den "Brotpuristen" werden nur Mehl, Salz und ein selbstangesetzter, spontanvergorener Sauerteig verwendet. Das mache den Unterschied aus, erläutert der Bäcker: "Den Sauerteig, den wir für das Roggenbrot verwenden, habe ich 2012 gezüchtet. Ich habe Mehl und Wasser über mehrere Tage fermentieren lassen." Gleiches gelte für den Sauerteig, der für die Weizenbrote verwendet werde. Dadurch entstehe ein eigenes Geschmacksprofil. Es unterscheide sich von den Broten, die mit im Labor gezüchteten Sauerteigkulturen gebacken worden seien.

Sebastian Däuwel, Betreiber der Bäckerei
"Wenn man das Tagwerk und zufriedene Kunden sieht, ist es ein schönes Gefühl", sagt Sebastian Däuwel Uwe Anspach

Sebastian Däuwel: "Ich bin Brot-verrückt"

Die Entscheidung, selbst Brot zu backen, habe er schon vor sechs Jahren getroffen. Zum einen sei er schon seit seiner Kindheit "Brot-verrückt". Außerdem sei er mit der Qualität von Brot unzufrieden gewesen und habe schließlich gehandelt. "Ich habe mich mit der Thematik befasst und mich reingefuchst. Habe meinen eigenen Sauerteig gezüchtet und zu Hause im Ofen angefangen Brote zu backen."

Begeisterung der Kunden ist Ansporn für den "Brotpuristen"

Seit 2015 ist der Betriebswirt, der vorher bei den Pfalzwerken in Ludwigshafen gearbeitet hat, sein eigener Unternehmer und versorgt die Kunden in Speyer mit seinem naturbelassenen Brot. Eine Entscheidung, die er nicht bereut habe, auch wenn er das volle unternehmerische Risiko trägt: "Es ist hin und wieder sehr stressig. Die Arbeitszeiten als Angestellter oder die sechs Wochen Urlaub, davon kann ich im Moment nur träumen." Aber er habe seinen Gang in die Selbstständigkeit keine Minute bereut. "Es ist schön, sein eigenes Ding zu machen. Und noch schöner ist es, die Begeisterung der Kunden zu sehen." Das sei schon sehr befriedigend am Ende eines Tages.

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