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Seit März rollen knapp 20.000 neue E-Autos auf Deutschlands Straßen. So viele neue Elektroautos gab es noch nie in einem Monat. Der Branchenverband rechnet mit einem Boom.

"Es wird ein Boom werden. Der beginnt jetzt erst", sagt im SWR Kurt Sigl. Er ist Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität. Ein Grund dafür sei die Förderung durch die Politik. Auch die Konzerne hätten fleißig produziert: "Erstens funktionieren die Prozesse schneller und zweitens sind jetzt auch Fahrzeuge lieferbar. Das hatten wir bis vor einem Jahr noch nicht."

Teuer war gestern

Ein Beleg dafür, dass die Prämie beim Kauf eines Elektroautos funktioniert, sei auch der gesunkene Preis: "Ich nehme jetzt einfach mal als Beispiel den VW 'e-up': nach Abzug der Prämie für 14.000 Euro", schwärmt Sigl. Damit sei der Kleinwagen preislich konkurrenzfähig. "Da kann niemand mehr vom teuren Elektroauto reden und dieses Fahrzeug ist voll tauglich."

Konzerne im Umbruch

Die Verkehrs- und Energiewende sei in den Unternehmen angekommen, meint der Präsident des Bundesverbandes E-Mobilität: "Die großen Unternehmen schwenken um. Tesla macht auf internationaler Ebene enorm Druck." Und Druck gebe es auch von Kunden: "Die Leute fangen mehr und mehr an, nachzudenken, was sie tun."

Keine Umkehr - auch nicht in der Corona-Krise

Eine Forderung des ehemaligen EU-Kommissars Günther Oettinger, den Automobilkonzernen in der Corona-Krise zu helfen, indem ihnen mehr Zeit für den Umstieg auf Elektromobilität gegeben werde, lehnt Sigl ab. "Das wäre rückwärtsgewandt und man würde sich ins eigene Knie schießen", mahnt er im SWR und pocht auf die vorgegebenen CO2-Flottenwerte der EU. Wenn an diesen nicht gerüttelt werde, lohne sich auch keine Kauf-Förderung von Autos mit Verbrennungsmotor, die reduzierte CO2-Flottenwerte in weite Ferne rücken ließen: "Wenn man die nicht erreicht, gibt es massive Strafzahlungen und die sind wesentlich teurer."

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