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BGH-Urteil zu Privatkrediten Wie bekomme ich meine Gebühren zurück?

Schlechte Nachrichten für die Banken, gute für die Kunden: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Banken für Privatkredite keine Bearbeitungsgebühren kassieren dürfen. Millionen Menschen können jetzt ihr Geld zurück fordern. Wie macht man das am Besten?

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Über der Frankfurter Bankenwelt braut sich etwas zusammen.

Als allererstes muss man seine Kreditunterlagen überprüfen, ob die Bank tatsächlich Bearbeitungsgebühren für einen Privatkredit verlangt hat. Wenn ja, dann sollte man zunächst einen Brief an seine Bank schreiben, in dem man die Gebühr zurück fordert. Die Verbraucherzentralen, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, und die Stiftung Warentest stellen Musterbriefe zur Verfügung, die man sich im Netz herunterladen kann.

Sollten sich die Banken trotz der schriftlichen Aufforderung weigern, die Gebühren zurück zu zahlen, dann kann man einen Anwalt einschalten. Und der sollte nach dem Urteil gute Chancen haben, das Geld zurück zu bekommen. "Jetzt kann sich endlich keine Bank mehr vor der Rückerstattung des unzulässigen Entgelts drücken", sagt der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller.

Obwohl mehrere Oberlandesgerichte die Gebühren in der Vergangenheit für unzulässig erklärt hatten, weigerten sich die meisten Banken bisher, den Kunden das Geld zurück zu zahlen. Ihr Argument: Es fehle ein Urteil von höchster Stelle.

Wer profitiert von dem Urteil?

Alle Kunden, die einen Verbraucherkredit abgeschlossen haben, profitieren von dem Urteil. "Jeder, der zum Beispiel einen Kredit für ein Auto, eine Küche oder auch 'nur' für einen Fernseher aufgenommen hat", erläutert SWR-Wirtschaftsredakteur Johannes Schmid-Johannsen. "Baudarlehen sind nur in Ausnahmefällen von dem Urteil betroffen."

Das Urteil ist besonders für Kunden relevant, die 2011 oder danach einen Kreditvertrag abgeschlossen haben. Sie dürfen das Geld von der Bank auf jeden Fall zurück verlangen. Die Stiftung Warentest schätzt, dass Banken allein von 2011 bis 2013 für etwa 20 Millionen Kreditverträge unrechtmäßig Bearbeitungsgebühren kassiert haben.

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