Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Meinung: Die Jungen bleiben aus

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Noch nie gab es so wenig Junge in Deutschland. Die Kinder und Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan, Somalia oder jetzt der Ukraine sind ganz wörtlich unsere Zukunft, meint Martin Rupps.

Die Jungen bekommen Seltenheitswert. Nur noch jede Zehnte bzw. jeder Zehnte in Deutschland ist zwischen 15 und 24 Jahre alt. In Baden-Württemberg liegt der Schnitt mit 10,6 Prozent etwas höher, aber das macht den Kohl nicht fett. Noch nie seit Beginn der Erfassung hatte das Land so wenig Junge. Unsere demographischen Probleme rücken nicht mehr näher, sie haben uns erreicht.

Baden-Württemberg

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Die Wenigen sollen einmal Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tragen wie jede Generation - bis vor ein paar Jahren auch meine, die geburtenstärkste. Sollen ein Bruttosozialprodukt erzeugen, den Generationenvertrag bedienen, Städte lebendig halten. Schon heute sterben Regionen im Ruhrgebiet oder in Ostdeutschland sozial ab, weil Junge fehlen – abgewandert in Länder wie Baden-Württemberg oder Bayern.

Nur noch zehn Prozent zwischen 15 und 24

Vor diesem demographischen Hintergrund bekommt die Einwanderung von Kindern und Jugendlichen beziehungsweise deren Eltern aus Syrien, Afghanistan, Somalia oder jetzt der Ukraine eine große Bedeutung. Die Ursachen ihres Kommens – Armut und Krieg – sind schlimm. Viele ihrer hierher geflohenen Eltern kommen im Herzen nie an. Nach meinem Dafürhalten macht jeder Flüchtlingsstrom eine Gesellschaft, auch die deutsche, instabiler.

Aber diese jungen Leute sind – im ganz wörtlichen Sinn – Deutschlands Zukunft. Sie werden einmal unsere Wohnungen bzw. Häuser beziehen und erhalten. Fußballstadien füllen. Die deutsche Sprache pflegen. Ohne sie gingen in Deutschland früher die Lichter aus.

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