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Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für alle einführen - unabhängig davon, ob jemand Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

Bereits in der kommenden Woche soll dazu ein Testplan ausgearbeitet werden, kündigte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) an. Sie sagte, allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns werde schon bald angeboten, sich bei einem niedergelassenen Arzt auch ohne Symptome testen zu lassen. Personen mit Symptomen würden aber vorrangig behandelt.

Huml erhofft sich damit, eine weitere Ausbreitung und neue Corona-Maßnahmen zu verhindern.

Den Plan der Staatsregierung für mehr Tests gibt es schon länger. Neu an dem Vorhaben ist, dass der Freistaat nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Kosten für die Tests übernehmen will. Das gelte für Fälle, wo niemand anders dafür aufkomme.

Kritik von CDU und SPD

Politiker von CDU und SPD haben die geplanten Massentests in Bayern kritisiert. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag sagten, ein Test sei immer nur eine Momentaufnahme. Wenn jemand frisch infiziert sei, schlage der Test zum Beispiel noch gar nicht an. Auch SPD- Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich dafür aus, gezielt dort zu testen, wo Menschen besonders geschützt werden müssten.

Generell sind in Deutschland inzwischen Corona-Tests in vielen Fällen auch ohne akute Krankheitsanzeichen möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Bayern ist aber das erste Bundesland, das Tests für alle vorsieht.

Auch Fleischbetriebe werden verstärkt getestet

Ein weiterer Schwerpunkt der bayerischen Testoffensive liegt auf 33 weiteren ausgewählten Fleischbetrieben in Bayern. Dazu zählen den Angaben zufolge mehrere Schlachthöfe, Zerlegebetriebe sowie Fleisch- und Wurstwarenhersteller.

Das Ministerium will damit herausfinden , ob hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen.

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