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Bankdaten schützen Online shoppen - im Supermarkt bezahlen

Es gibt viele Gründe, warum jemand gerne im Internet einkaufen, aber nicht online zahlen möchte. Rund 8.000 deutsche Internet-Shops bieten deshalb inzwischen Bar-Zahlungen an.

Bezahlen über den Service Barzahlen.de

Mit einem Strichcode kann man nach der Onlinebestellung bar in bestimmten Geschäften zahlen


Manche Menschen kaufen nicht im Internet, weil sie bei vielen Shops ihre Bankdaten hinterlegen müssen. Manche haben auch gar keine Kreditkarte oder auch gar kein Konto. Trotzdem haben sie auch die Möglichkeit, online einzukaufen. Bundesweit können sie in 10.000 Läden in Online-Shops bestellte Waren bar bezahlen.

So funktioniert es: Wer im Internet etwas bestellt, bekommt einen Barcode, also diesen handelsüblichen Strich-Code, per Mail, SMS oder Post. Jede Kasse kann diesen Barcode lesen - egal ob von einem Papier-Ausdruck oder vom Handy-Display. Wird dann beispielweise in einem Supermarkt in Stuttgart die Barcode-Rechnung bezahlt, erfährt das sofort der Online-Shop. Hinter diesem System der Vorkasse steckt das Start-up Barzahlen.de, das seit etwa drei Jahren auf dem Markt ist.

Wer zahlt lieber mit Scheinen statt mit "virtuellem" Geld?

Für die Online-Shops sei das eine Möglichkeit Neukunden zu gewinnen, meint die Marketing-Chefin Susanne Krehl von Barzahlen.de. Wer lieber bar zahlen möchte? Das seien zum einen junge, einkommensschwache Gruppen von Schülern und Studenten bis zu Niedriglöhnern, die keine Kreditkarte hätten und häufig auch kein Online-Banking nutzten. "Und das sind Leute, die fünfzig Jahre oder älter sind, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind und einfach Bedenken haben, dort ihre sensiblen Finanzdaten anzugeben", erläutert Krehl.

Bisher beteiligen sich nur wenige bekannte Online-Shops

Für jeden Einkauf bekommt die Firma Barzahlen.de eine Provision. Die großen Ketten dm, Rewe und Penny machen mit, weil die Online-Käufer meist noch in deren Geschäften einkaufen. Der Service rechnet sich also auch bei fremder Waren aus konkurrierenden Online-Shops. Allerdings befinden sich unter den 8.000 Internet-Shops, die das grüne Loge mit "B" für Barzahlen tragen, wenige bekannte Namen.

Nach Angaben von Susanne Krehl ist es "immer so, dass erst einmal die kleinen innovativen Online-Shops mitmachen, die einfach auch nicht so eine riesen IT-Infrastruktur im Hintergrund haben. Gerade ganz große Online-Händler wie Amazon sind international am Markt, und da hat man es als nationale Zahlart noch etwas schwerer." Leichter geht's mit Energie-Versorgern: Eon und einige Stadtwerke verschicken inzwischen auch Barcodes, damit Kunden Rechnungen bar im Supermarkt bezahlen können.


Von Petra Thiele, SWR-Wirtschaftsredaktion | Online: Biggi Hoffmann