STAND
AUTOR/IN

Angst dürfe ein Ballonfahrer nicht haben. Aber Respekt. Sagt Andreas Pohl im SWR. Er ist Vizepräsident des Deutschen Freiballon-Sportverbandes und er bildet Ballonfahrer aus. Alles hänge vom Wetter ab.

Besonders schwierig seien sogenannte "labile Wetterlagen", wie zuletzt durch die extreme Hitze. Unangenehm sei es auch, wenn der Ballon wegen Hochspannungsmasten nicht landen könne und nach Einbruch der Dunkelheit noch in der Luft sei. "Das Wort Angst möchte ich nicht in den Mund nehmen. Das ist einfach Respekt, den man vor diesen Herausforderungen haben sollte," sagt Ballonfahrer-Ausbilder Andreas Pohl.

Der Umgang mit Notsituationen mache deshalb einen großen Teil der Ausbildung aus. Da gehe es um das Verhalten des Ballons, der immer zeitverzögert auf Steuermanöver reagiere. Außerdem werde geübt, wie man in Gefahrensituationen durchstarte. "Aber der wichtigste Teil der Ausbildung ist es, das Wetter richtig zu interpretieren."

Ballonfahren ist nichts für nervöse Menschen

Die Ruhe auch in Stresssituationen zu bewahren, sei eine notwendige Voraussetzung für die Ballonfahrt, betont Andreas Pohl. Man müsse fähig sein, sachlich orientiert zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen. "Manchmal ist es besser, unten zu bleiben und sich zu wünschen, oben zu sein - als umgekehrt." Der Ballon sei ein sehr windanfälliges Luftfahrgerät und ein wesentlicher Faktor sei deshalb das Wetter.

Trotz des Ballonunglücks von Urbar bei Oberwesel sagt Andreas Pohl: "Die Ballonfahrt ist sicher." Allerdings würden sich Berichte über Unglücke über die sozialen Medien rasend schnell verbreiten. "Wenn vor zwanzig Jahren ein Ballon mal eine sportliche Landung hatte, dann hat es eventuell noch der Bauer auf dem Feld erfahren."

STAND
AUTOR/IN