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Die Bahncards 50 und 25 werden ab Februar zehn Prozent günstiger. Damit wird die Senkung der Mehrwertsteuer im Fernverkehr auch auf die Rabattkarten ausgeweitet. Politiker fordern unterdessen grundsätzliche Veränderungen bei der Bahn.

Die Bahncards 50 und 25 werden ab Februar zehn Prozent günstiger. Das bestätigte die Deutsche Bahn. Die obersten Finanzbehörden der Bundesländer haben zugestimmt, dass die Mehrwertsteuersenkung für Bahntickets auch für diese Bahncards gelte.

Damit kostet eine Bahncard 25 ab Februar 55,70 Euro statt 62 Euro. Der Preis der Bahncard 50 reduziert sich von 255 Euro auf 229 Euro. Die Bundesregierung hatte in ihrem Klimapaket beschlossen, den Mehrwertsteuersatz für den Fernverkehr der Bahn von 19 auf 7 Prozent zu senken. Dadurch wurden bereits Tickets billiger und auch die Bahncard 100 kostet seit Jahresbeginn weniger. In Deutschland besitzen mehr als fünf Millionen Menschen eine Bahncard.

Pro Bahn fordert mehr Züge und höhere Zuverlässigkeit

Die Bahn rechnet durch die günstigeren Tickets mit fünf Millionen Fahrgästen mehr in diesem Jahr. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Mehrwertsteuersenkung im Fernverkehr. Um mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen, sei das jedoch nicht ausreichend. Es brauche mehr Kapazitäten, ein dichteres Angebot und eine höhere Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs, sagte der stellvertretende Vorsitzende von Pro Bahn, Lukas Iffländer.

Aus der Union und der SPD kommen Forderungen, die Bahn weniger am Gewinn auszurichten. Die Unionsfraktion im Bundestag fordert eine grundsätzliche Reform. Fraktionschef Ulrich Lange (CSU) fordert, dass der Bahnkonzern künftig nicht mehr als Aktiengesellschaft, sondern als GmbH organisiert werden soll: "Dort gibt es ein Weisungsrecht an die Geschäftsführer. Das haben wir bisher bei den Vorständen der Bahn nicht", so Ulrich.

Bahn-Spitzentreffen mit Verkehrsminister Scheuer

Auch der Koalitionspartner SPD fordert, dass es bei der Bahn eine stärkere Orientierung am Gemeinwohl geben müsse. Eine Diskussion über eine Neuausrichtung des Konzerns sei daher richtig, teilte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sören Bartol (SPD) mit. Skeptisch ist er dagegen, ob es dafür eine neue Rechtsform braucht.

Ob und wie eine Neuausrichtung der Bahn umgesetzt werden kann, soll im Frühjahr bei einem Bahn-Spitzentreffen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) diskutiert werden.

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