Ein Symbol auf der Intensivstation für Corona-Patienten am Sana Klinikum Offenbach weist auf den Covid-Bereich hin. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Weniger als 450 Intensivpatienten in BW

Regeln der "Alarmstufe II" sollen trotz sinkender Zahlen "bis auf Weiteres" verlängert werden

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Die Zahl der Intensivpatienten in Baden-Württemberg ist am Freitag erstmals seit Wochen unter 450 gefallen. Das Land will die Regeln wohl dennoch beibehalten und keine Lockerungen ermöglichen.

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Covid-19-Intensivpatientinnen und -patienten unter die Marke von 450 gesunken. Am Freitag (Stand 16 Uhr) habe die Zahl der belegten Betten bei 441 gelegen, teilte das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart mit. Damit lag sie erstmals seit Langem wieder unter dem Grenzwert, der für die derzeit geltende "Alarmstufe II" mit verschärften Schutzmaßnahmen ausschlaggebend ist.

Auch die Hospitalisierungsinzidenz lag demnach am Freitag mit 2,7 deutlich unter dem für die "Alarmstufe II" relevanten Wert von 6,0. Sollten beide Zahlen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter den Grenzwerten bleiben, sind laut der Corona-Verordnungen des Landes Lockerungen der Maßnahmen vorgesehen. Zum Beispiel dürften dann Diskotheken und Clubs wieder öffnen, in mehreren Einrichtungen wie Restaurants und Fitnessstudios würde die 2G-Plus-Regel fallen.

Landesregierung will Maßnahmen trotz sinkender Patienten-Zahl verlängern

Ob die Lockerungen wirklich so kommt, war am Freitag aber offen. "Auch wir beobachten diesen Trend", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Die Landesregierung berate derzeit über das weitere Vorgehen und eventuelle Anpassungen. "Generell müssen wir weiter sehr vorsichtig bleiben, da noch nicht vollumfänglich klar ist, wie die Omikron-Variante das Infektionsgeschehen in Deutschland und Baden-Württemberg verschärfen wird", sagte der Ministeriumssprecher.

Das Staatsministerium wurde am Freitagabend konkreter und kündigte an, dass die in der "Alarmstufe II" geltenden Regeln am Dienstag im Kabinett "bis auf Weiteres" verlängert werden sollten: "Der Kurs der Umsicht wird mit der durch die Omikron-Variante absehbar zunehmende Gefährdungslage im Land fortgesetzt." Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sich im Anschluss an die Bund-Länder-Runde am Freitag für eine Weiterführung der Regeln "im Sinne des MPK-Beschlusses" ausgesprochen. Man müsse davon ausgehen, dass die Fallzahlen mit der zunehmenden Ausbreitung von Omikron deutlich an Dynamik gewinnen und damit auch die Krankenhauseinweisungen erneut ansteigen würden, so Kretschmann weiter.

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Zahl der Omikron-Fälle steigt weiter an

Bislang wurden 9.799 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt. Die Zahl lag damit um 1.950 höher als am Donnerstag. Dabei handelt es sich sowohl um Verdachtsfälle als auch um Infektionen, die per Vollgenom-Analyse bestätigt wurden. Zum Anteil der Verdachtsfälle macht die Behörde keine Angaben. Am Dienstag hatte das Sozialministerium mitgeteilt, dass Omikron zur dominierenden Variante des Coronavirus in Baden-Württemberg geworden ist: Bei mehr als 50 Prozent aller Sars-CoV-2-Diagnosen werde in Laboren Omikron nachgewiesen.

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Auch die Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach am Freitag in Baden-Württemberg auf 269,4 - ein Plus von 13,1 im Vergleich zum Vortag. Seit Beginn der Pandemie wurden dem Amt 1.053.129 Corona-Fälle gemeldet, 5.675 mehr als am Donnerstag. 13.203 Erkrankte starben an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das waren 21 mehr als am Vortag.

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