Ferienende in Baden-Württemberg Schuljahresbeginn: Polizei und Fahrrad-Club warnen vor "Elterntaxis"

Am Mittwoch hat in Baden-Württemberg das neue Schuljahr begonnen. Für viele ist es diese Woche das erste Mal, dass sie überhaupt am Unterricht teilnehmen - wenn er denn stattfindet. Doch nicht nur der Lehrermangel betrifft die Schüler.

Elterntaxi (Foto: dpa Bildfunk, Ralf Hirschberger)
Viele chauffieren den Nachwuchs per "Elterntaxi" zur Schule. Die Polizei sieht das eher kritisch. Ralf Hirschberger

Insgesamt beginnt am Mittwoch für rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg wieder die Schule nach den Sommerferien. Nach ersten Zahlen des Statistischen Landesamtes gibt es in diesem Jahr rund 100.100 Erstklässler. Der erste Schultag ist nicht zwingend am Mittwoch, denn die Schulen legen selber fest, wann sie die jüngsten Schüler feierlich begrüßen.

Rund 94.000 Erstklässler gehen auf eine öffentliche Grundschule, rund 1.800 starten an einer privaten freien Waldorfschule. Etwa 4.300 Kinder beginnen an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum - das sind die früheren Sonderschulen.

Vor Beginn des neuen Schuljahres betonte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), dass sich Eltern, Lehrer und Schüler auf Unterrichtsausfälle einstellen müssten. Es seien weiterhin noch 790 Lehrerstellen unbesetzt. Besonders betroffen seien Grundschulen.

Wenige Schulwegunfälle

Baden-Württemberg gilt nach einer aktuellen Polizeistatistik als eines der Bundesländer mit den wenigsten Schulwegunfällen. Nichtsdestotrotz wurden im vergangenen Jahr 470 Verkehrsunfälle auf dem Schulweg registriert. 79 Kinder wurden dabei schwer, 393 leicht verletzt. Wie für diesen Zeitraum üblich, wird die Polizei in den nächsten Wochen vermehrte Verkehrskontrollen im Umfeld von Kindergärten und Schulen durchführen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rief die Eltern dazu auf, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren. Die an den Schulen haltenden "Elterntaxis" gefährdeten die Sicherheit der Kinder. Besser sei es, wenn die Kinder zum Beispiel mit dem Rad zur Schule kämen. Dabei solle man immer die sicherste und nie die kürzeste Route wählen. "Generell gilt es, die Kinder zu begleiten, bis sie sicher sind und mit ihnen zu üben", teilte der ADFC mit. Laut Polizei sollen Kinder erst mit dem Rad zur Schule fahren, wenn sie die Radfahrausbildung absolviert haben.

Der ADAC plädiert für sogenannte Elternhaltestellen, die in einigem Abstand zur Schule errichtet werden und den Hol- und Bringverkehr der Eltern vor dem Schultor entzerren. Generell sei es für die Kinder allerdings besser, wenn sie täglich zu Fuß zur Schule gehen.

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