Teilnehmer einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall halten während eines Warnstreiks ein Transparent mit der Aufschrift "Warnstreik unser gutes Recht" in die Höhe. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Silas Stein)

Warnstreiks am Freitag

Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streiken in ganz Baden-Württemberg

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Am dritten Tag in Folgen streiken die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Dabei finden Streiks in ganz Baden-Württemberg statt. Ein Überblick.

Die Streiks in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg gehen weiter. Nachdem in vielen Unternehmen bereits am Mittwoch und auch am Donnerstag gestreikt wurde, gab es auch am Freitag wieder verschiedene Protestaktionen.

Bis zum Nachmittag beteiligten sich am Freitag nach Gewerkschaftsangaben 20.000 Beschäftigte aus rund 50 Betrieben in Baden-Württemberg an Warnstreiks, Kundgebungen oder Frühschlussaktionen. Seit dem Ablauf der Friedenspflicht vergangenes Wochenende stieg die Gesamtteilnehmerzahl damit laut IG Metall auf 37.500.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem die dritte Verhandlung der Tarifrunde ohne Ergebnis geblieben ist beziehungsweise das Angebot der Arbeitgeberseite nach Ansicht der Gewerkschaft unzureichend war.

Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn und Einmalzahlung

In den laufenden Tarifverhandlungen fordert die IG Metall für die rund eine Million Beschäftigten in der Branche acht Prozent mehr Geld auf eine Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hatte wie in den anderen Tarifgebieten auch eine Einmalzahlung in Höhe von 3.000 Euro und eine unbezifferte Erhöhung der Gehaltstabellen bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten.

Da sich beide Seiten in drei Runden bisher nicht einigen konnten, wird am 8. November in Böblingen weiter verhandelt. Sollte keine Annäherung gelingen, will die IG Metall zu 24-Stunden-Warnstreiks aufrufen oder in einzelnen Gebieten mit Urabstimmungen unbefristete Streiks vorbereiten.

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Mehrere Hundert Beschäftigte streiken bei Rolls-Royce Power Systems

So hatten sich am Donnerstagvormittag mehrere Hundert Beschäftigte beim Motorenhersteller Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen versammelt. Sie applaudierten Helene Sommer, der Geschäftsführerin der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, als sie das bisherige Angebot der Arbeitgeber als Unverschämtheit bezeichnete und die Lohnforderung der Gewerkschaft von acht Prozent verteidigte. 

Weitere Streiks gab es in Oberschwaben bei der Liebherr-Mischtechnik GmbH in Bad Schussenried (Kreis Biberach) und im Handtmann Metallgusswerk in Biberach. Dort beteiligten sich laut IG Metall Arbeiterinnen und Arbeiter aus allen Schichten.

600 Beschäftigte streiken in Heilbronn

In Heilbronn fand am Donnerstag am Telefunkenpark eine Streikkundgebung statt, zu der laut Gewerkschaft 600 Beschäftigte kamen. Die Teilnehmenden kamen unter anderem aus den Firmen AIM, thyssenkrupp, Weber Hydraulik, Läpple und Bosch. Die Resonanz bezeichnete der erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, Michael Unser, als "sehr gut".

In Stuttgart wurde bei Bosch gestreikt

Die IG Metall Stuttgart hatte die Beschäftigten des Bosch-Werks in Stuttgart-Feuerbach zum Warnstreik mit öffentlicher Kundgebung aufgerufen. Laut Gewerkschaft legten am Donnerstagmittag 350 Angestellte ihre Arbeit nieder. Andreas Kölping, Mitglied des Betriebsrates der Robert Bosch GmbH am Standort Feuerbach, wies auf die Auswirkungen des unzureichenden Angebots der Arbeitgeber hin. "Wer denkt, er könnte keine oder unseriöse Angebote abgeben, der stärkt nur die Kampfbereitschaft und den Zusammenhalt der Kolleginnen und Kollegen", sagte er.

Bereits am Mittwoch hatten sich 1.500 Porsche-Mitarbeitende an einem Warnstreik am Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen beteiligt.

Auch in Lörrach wurde die Arbeit niedergelegt

Derweil nahmen in Lörrach am Donnerstag 100 Beschäftigte der Firma NSI Präzisionsdrehteile an einem Warnstreik teil, wie die IG Metall Freiburg mitteilte. Viele der Streikenden äußerten vor Ort, dass ihr Gehalt durch die allgemein steigenden Preise immer knapper werde. Wer für seine Forderungen nicht auf die Straße gehe, so einer der Streikenden, der bekomme auch nichts.

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