Der beleuchtete Stuttgarter Weihnachtsmarkt am Abend auf dem Rathausplatz von oben

Weihnachten und Energiekrise

Weihnachtsmärkte in BW: Wie bei der Beleuchtung gespart wird

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Katharina Fuß
Fabian Ziehe

Lichterketten, bunt geschmückte Buden und hell erleuchtete Bäume gehören eigentlich fest zu den Weihnachtsmärkten in BW. Doch wegen der Energiekrise soll da jetzt eingespart werden.

Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Lichterglanz. Nach Corona-Maßnahmen im vergangenen Jahr gibt es in diesem Jahr Energiesparmaßnahmen auf den Weihnachtsmärkten. Durch die Energiekrise ist bei den Kommunen in Baden-Württemberg Stromsparen angesagt.

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Freiburg will über 5.000 kWh Strom sparen

Die Stadt Freiburg gilt sowieso als grüne Stadt, die viele Projekte und Maßnahmen in Richtung Umweltschutz vorantreibt. Wenig verwunderlich ist es, dass hier auch in Zeiten der Energiekrise auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr Energie gespart werden soll.

So hat die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) als Veranstalterin gemeinsam mit der Stadt Freiburg unter anderem beschlossen, dass die Weihnachtsmarktbeleuchtung anstatt von 10 bis 22 Uhr nur noch von 14 bis 22 Uhr in Betrieb sein wird. So könnten rund 3.700 Kilowattstunden (kWh) des sonstigen 10.000 Kilowattstunden-Verbrauchs der Beleuchtung eingespart werden.

Außerdem soll die Weihnachtsbeleuchtung in drei Straßen in Freiburg nur bis einschließlich 1. Januar 2023 weiter betrieben werden, und nicht wie bisher üblich bis zum 6. Januar. So können laut FWTM nochmal knapp 1.400 Kilowattstunden Strom gespart werden. Zum Vergleich: Durchschnittlich verbraucht eine vierköpfige Familie circa 4.500 kWh Strom im Jahr.

Mehrere Städte verzichten auf ihre Eislaufbahn

Aber auch in vielen anderen Städten wird in diesem Jahr Energie gespart. So verzichten zum Beispiel etwa Stuttgart und Karlsruhe auf ihre Eislaufbahn und setzen stattdessen auf eine Rollschuhbahn. Auch in Pforzheim und Reutlingen gibt es in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt keine Bahn aus Eis, sondern eine aus Kunststoff.

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Viele Lichterketten auf Weihnachtsmärkten mit LED-Birnen ausgestattet

In Mannheim wird ähnlich wie in Freiburg bei der Beleuchtung des Marktes am Wasserturm gespart. Diese wird statt schon um 11 Uhr vormittags erst bei einsetzender Dämmerung gegen 16:30 Uhr eingeschaltet. Ähnlich wie in Heilbronn, hier soll die Beleuchtung des Weihnachtsmarktes um 16 Uhr eingeschaltet werden. Was sonst noch leuchtet, ist den Angaben vieler Städte zufolge vielfach mit LED-Birnen ausgestattet. So zum Beispiel in Ulm, Konstanz, Esslingen, Heidelberg, Schwäbisch Hall oder Ludwigsburg. Außerdem gaben viele Kommunen an, Öko-Strom zu nutzen.

Neckarsulmer OB: Weihnachtsbeleuchtung bringt Wärme in die Stadt

Auch in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) wurde die Weihnachtsbeleuchtung komplett auf LED-Lämpchen umgestellt. Darüber hinaus hat die Stadt aber entschieden, dass es im vollen Umfang doch eine Weihnachtsbeleuchtung geben wird. Ursprünglich wollte Neckarsulm auf die bunte Beleuchtung verzichten, um Energie zu sparen.

Nun betonte Oberbürgermeister Steffen Hertwig (SPD): Mit der Weihnachtsbeleuchtung solle "Wärme" in die Stadt kommen - die momentan allen guttue. Zudem soll die Innenstadt durch die Lichter belebt werden, um Einzelhandel und Gastronomie zu unterstützen. Diese haben derzeit mit Energiekrise und Inflation zu kämpfen. Trotzdem will Neckarsulm die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt zwei Stunden früher als sonst ausschalten.

Palmer: Diskussion über Weihnachtsbeleuchtung "reine Symbolik"

Kritik über die Weihnachtsbeleuchtung in den Kommunen Energie zu sparen kommt von Boris Palmer (Grüne), Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Er bewertet den Plan, Energie durch das Ausschalten von Weihnachtsbeleuchtung zu sparen, skeptisch: "Die Fokussierung der Diskussion auf die Weihnachtsbeleuchtung ist reine Symbolik und verdeckt Tatenlosigkeit bei den großen Verbrauchern", teilte er mit.

Alexander Handschuh vom Deutschen Städte- und Gemeindebund sieht das ähnlich, er betonte, Weihnachtsmärkte seien Lebensqualität und auch Wirtschaftsfaktor. Wenn es schon effiziente LED-Beleuchtung gebe, seien Einsparpotenziale gering.

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