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Der Naturschutzbund (NABU) hat die Baden-Württemberger am Wochenende dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel vor ihrer Haustür zu zählen. Am häufigsten gesehen wurde dabei der Spatz. Doch die Zahl der gesichteten Vögel in den Gärten geht weiter zurück.

Von Freitag bis Sonntag haben mehr als 12.000 Menschen in Baden-Württemberg eine Stunde lang Spatz, Kohlmeise und Buchfink vor ihrer Haustüre beobachtet, gezählt und dem NABU gemeldet. Am häufigsten wurde dabei der Spatz gesichtet. Insgesamt wurden rund 312.000 Vögel im Land beobachtet. So lautet die Zwischenbilanz, die der NABU am Dienstag veröffentlichte. Teilnehmer der Aktion können ihre Ergebnisse noch bis einschließlich Montag, 20. Januar, nachmelden.

Milde Temperaturen sorgen für Rückgang

Der warme Winter wirkt sich weiter auf die Vogelvielfalt in den baden-württembergischen Gärten aus. Die Zahl der gesichteten Wintervögel sei weiter gesunken, teilte der NABU Deutschland mit.

Der Grund für den seltener werdenden Besuch der Vögel: "Durch das milde Winterwetter finden sie ausreichend Nahrung außerhalb der Gärten und kommen seltener ans Futterhäuschen", sagte Stefan Bosch, der NABU-Fachbeauftragte für Ornithologie. In Baden-Württemberg haben sich laut Verband vor allem Finkenvögel wie Buch- und Bergfink, Erlenzeisig und Kernbeißer rar gemacht.

Zugvögel wurden dagegen häufiger gesichtet. Sie hielten es offenbar nicht für nötig, von hier in den Süden zu reisen. Das könnte problematisch werden: "Kommt ein kalter Winter, könnten viele Zugvögel zu spät losfliegen, oder sie bleiben gleich hier und sind nicht vorbereitet auf die Temperaturen", sagte Bosch.

NABU rät von Vogelhäuschen ab

Von Vogelhäuschen zum Füttern von Spatz, Kohlmeise, Feldsperling und Amsel ist der NABU ohnehin nicht sonderlich begeistert: "Es ist wichtig, dass sich Vögel in ihrer heimischen Umgebung ernähren", sagte eine Sprecherin. "Das Füttern am Häuschen dient nur dem Naturerlebnis jedes Einzelnen."

Die "Stunde der Wintervögel" fand zum zehnten Mal statt und ist nach NABU-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

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