Studenten in einem Hörsaal von oben fotografiert (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/Peter Kneffel/dpa)

Sprachbarriere und Fernunterricht

Hochschulen in BW: Weniger ukrainische Studierende als erwartet

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Ursprünglich hatte man mit bundesweit bis zu 100.000 ukrainischen Studenten gerechnet. Tatsächlich sind es aktuell rund ein Drittel. Eine Studienrichtung ist besonders beliebt.

Ein großer Ansturm ukrainischer Studentinnen und Studenten auf die Hochschulen ist nach Angaben der Landesrektorenkonferenz (LRK) in Deutschland und Baden-Württemberg ausgeblieben. "Das liegt zum einen daran, dass junge Männer eingezogen wurden, zum anderen an digitalen Angeboten von Heimat-Universitäten, die von geflüchteten Studierenden angenommen werden", sagte LRK-Chef Thomas Puhl der Deutschen Presse-Agentur.

Nur wenige ukrainische Studierende in BW

Der Rektor der Universität Mannheim hatte nach Daten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zunächst eine Zahl von bundesweit bis zu 100.000 Studierenden prognostiziert. Derzeit liegt nach seinen Worten die Zahl bei mehr als 30.000 - davon sind fast ein Drittel Studierende aus Drittstaaten, die vor Kriegsbeginn in der Ukraine eingeschrieben waren.

Auch das baden-württembergische Wissenschaftsministerium beobachtet nur eine "sehr moderate" Entwicklung bei den Bewerbungen: Für den Zeitraum März 2022 bis Mitte September 2022 meldeten die Hochschulen dem Ressort 362 immatrikulierte Studierende mit ukrainischer Nationalität. Hinzu kommen 17 ebenfalls vor dem Krieg geflohene Studierende anderer Herkunft. Die Semestergebühren von 1.500 Euro müssen nur Studenten aus sicheren Drittstaaten zahlen.

Musikstudium in Freiburg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sina Schuldt)
Das Musikstudium ist bei ukrainischen Studierenden sehr beliebt. (Symbolbild) picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Sprachbarriere hindert viele an Studium in Deutschland

Gründe für das recht geringe Interesse an einem Studium in Deutschland sind vor allem Sprachbarrieren, aufgrund derer die Studierenden Polen, die Slowakei, Tschechien und Rumänien bevorzugen. In Deutschland sind nach Angaben des Ministeriums die eher norddeutschen Großstädte, insbesondere Berlin, die wichtigsten Ziele.

Am Wochenende hatte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) versichert, dass an den Hochschulen möglichst in Präsenz gelehrt werden soll:

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Besonders beliebt: das Musikstudium

Unter den Fachbereichen ist das Musikstudium sehr beliebt: In Baden-Württemberg hat sich jeder fünfte Studierende an einer der fünf Musikhochschulen um einen Platz beworben. "Da sind halbe Orchester nach Deutschland gekommen, zumal die vollständige Sprachkompetenz für Musiker nicht erforderlich ist", sagt Puhl.

Beispiel Freiburg: An der Musikhochschule kamen Anfang März etwa 50 aus der Ukraine geflüchtete Studierende an. Sie konnten ihr Studium zum Teil dort fortsetzen oder wurden weitervermittelt an andere Musikhochschulen in Italien und Spanien.

"Unsere Lehrenden reagierten mit überwältigender Unterstützung: Obwohl ihre Deputate voll sind, haben sie sich bereiterklärt, die ukrainischen Studentinnen in ihre Kurse aufzunehmen."

Derzeit studieren 22 Frauen aus der Ukraine an der Hochschule, darunter vier Sängerinnen und drei Komponistinnen.

Zahl der ukrainischen Studierenden könnte steigen

Die Zahl der ukrainischen Studierenden werde sich erhöhen, wenn sich die ersten Abiturienten aus der Ukraine an den Hochschulen einschrieben, prognostiziert Puhl. Er nimmt an, dass viele Schulabgänger in Deutschland bleiben, um ein Studium aufzunehmen. Dieses sei attraktiv, weil für die Ukrainerinnen und Ukrainer die Studiengebühren ausgesetzt werden, obwohl sie nicht aus der EU kommen. In der Ukraine können Puhl zufolge nur die Allerbesten kostenlos studieren.

Keine Zusammenarbeit mit russischen Unis mehr

Alle institutionellen Kooperationen mit russischen Universitäten sind nach Angaben Puhls von den Rektoren deutscher Universitäten auf Eis gelegt worden. "Da musste ein klares Zeichen gesetzt werden."

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