Zwei demolierte Motorräder liegen auf der Bundesstraße 31332 zwischen Sigmaringen und Jungnau. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Warnack)

Lockdown, schlechtes Wetter & Polizeikontrollen

Zahl der Motorradunfälle in Baden-Württemberg 2021 gesunken

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In diesem Jahr hat es in Baden-Württemberg so wenige Verunglückte bei Motorradunfällen gegeben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das zeigen aktuelle Zahlen des Innenministeriums.

Die am Mittwoch veröffentliche Bilanz des Innenministeriums für die Saison 2021 zeigt, dass die Motorradunfälle zurückgegangen sind gleichzeitig aber die Zahl der getöteten Motorradfahrer leicht gestiegen ist. Zwischen März und Oktober haben demnach 67 Biker auf den Straßen Baden-Württembergs ihr Leben verloren. Das waren fünf Tote mehr als in der Saison 2020. Hauptursache für die tödlichen Unfälle war laut Polizei zu schnelles Fahren. 2021 waren es laut Zahlen des Innenministeriums bisher 3.695 Unfälle und somit rund zehn Prozent weniger als im letzten Jahr.

Zehnjahrestiefstand bei den Verletzten

Bei der Zahl der teils tödlich, teils leicht oder schwer Verletzten sei ein Zehnjahrestiefstand erreicht worden, so Innenminister Thomas Strobl (CDU) in einer Mitteilung. Laut dem Innenministerium sind drei Gründe dafür verantwortlich: der schleppende Saisonstart im Frühjahr wegen des Lockdowns, das schlechte Wetter im Juli und August und die verstärkten Kontrollen.

Polizei kontrolliert mehr auf den Straßen

In diesem Jahr wurden allein 20.000 Motorräder polizeilich überprüft und davon 5.600 Verstöße festgestellt. Hierbei wurden knapp 2.000 technische Manipulationen und Mängel zur Anzeige gebracht. "Durch diese technischen Veränderungen werden die Motorräder häufig noch lauter als erlaubt, das nervt Anwohnerinnen und Anwohner. Wir haben so viele dieser Verstöße oder Mängel sanktioniert, wie nie zuvor", wird Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz zitiert. Das sei ein deutliches Zeichen an all diejenigen, die sich nicht an die Regeln hielten.

Strobel will Raser und Lärm weiter stoppen

Innenminister Strobel kündigte an, auch in der Motorradsaison 2022 an seinem Fünf-Punkte-Plan festhalten zu wollen:

  1. Überwachungsoffensive: Raser und Lärm stoppen
  2. Prävention "Ü50": Gefahrenbewusstsein schaffen
  3. Gutes Equipment: Motorrad und Ausrüstung checken
  4. Offensive Öffentlichkeitsarbeit: Verkehrsteilnehmer erreichen
  5. Sicherer Verkehrsraum: Gefahrenträchtige Strecken entschärfen

"In puncto Verkehrssicherheit müssen wir auch weiterhin an einem Strang ziehen. Egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Auto oder auf dem Motorrad, das Motto muss lauten: mit Sicherheit hier im Südwesten", so Innenminister Thomas Strobl.

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SWR