Baden-Württemberg

Nur wenige Anträge auf Rehabilitierung Homosexueller

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In Baden-Württemberg haben bislang erst 26 Personen, die nach 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen von Gerichten verurteilt wurden, einen Antrag auf eine Rehabilitierungsbescheinigung gestellt. Von dieser geringen Zahl zeigte sich der Ständige Ausschuss des Landtags überrascht, wie der baden-württembergische Landtag am Freitag mitteilte. Der Ausschussvorsitzende Guido Wolf (CDU) erinnerte daran, dass es Tausende strafrechtliche Verurteilungen von Homosexuellen gegeben habe. Ein Grund für die geringe Zahl der Anträge könnte laut Wolf sein, dass vielen Betroffenen eventuell gar nicht bekannt sei, dass es die Möglichkeit auf Rehabilitierung gebe. Denkbar sei auch, dass die strafrechtliche Verfolgung eine "extreme Traumatisierung" ausgelöst habe, die die Betroffenen nicht mehr durchleben wollten. Die Frist für die Beantragung von Entschädigungen wurde den Angaben zufolge um fünf Jahre bis Juli 2027 verlängert.

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AUTOR/IN
SWR