Im neuen Jahr gibt zahlreiche Neuerungen, die auch Parkanwohner, Solardächer und Bahntickets betreffen.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Solar: picture alliance/dpa | Caroline Seidel, Anwohner: picture alliance/dpa | Axel Heimken, Bahn: picture alliance/dpa | Bodo Marks)

Anwohnerausweise, Solardächer, Bahntickets

Das ändert sich 2022 in Baden-Württemberg

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Es gibt wieder einige Änderungen im Jahr 2022, die auch Baden-Württemberg betreffen. Wichtige Neuerungen im Überblick:

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Benzinpreis und Heizkosten steigen

Autofahrer müssen für eine Tankfüllung tiefer in die Tasche greifen, denn: Der CO2-Preis steigt zum 1. Januar auf 30 Euro je Tonne. Ziel der CO2-Steuer ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen. Erfahrungsgemäß geben die Unternehmen diese Kosten über die Benzinpreise an die Verbraucher weiter.

Umgerechnet auf einen Liter Benzin sind das künftig laut Verbraucherzentrale wohl 1,5 Cent mehr und auf einen Liter Diesel 1,6 Cent. Auch Heizöl ist von der CO2-Bepreisung betroffen, plus 1,6 Cent je Liter. Für Erdgas haben die Verbraucherschützer ein Plus von 1,0 Cent ausgerechnet. Bis 2025 soll der Preis pro Tonne nach bisherigen Plänen auf 55 Euro ansteigen.

Wer muss sich 2022 um einen neuen Führerschein kümmern?

In der EU sollen ab 2033 nur noch fälschungssichere Führerscheine im Umlauf sein. Deshalb müssen nach und nach auch die Autofahrer und Autofahrerinnen in Baden-Württemberg ihre Führerscheine umtauschen. Es geht dabei nicht um eine neue Fahrprüfung, sondern nur um das Dokument. Die Umtauschfristen sind nach Geburtsjahr gestaffelt. Der 19. Januar 2022 ist der Stichtag für alle Menschen im Land, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden und deren Führerschein vor 1999 ausgestellt wurde. Sie müssen bis 19. Januar den neuen Führerschein haben. Die neuen Ausweise sind übrigens nur noch 15 Jahre gültig und müssen dann erneut beantragt werden.

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DB-Tickets kaufen - in der Bahn nur noch digital

Noch schnell in den Zug springen und einen Fahrschein beim Schaffner kaufen - das ist ab 1. Januar nicht mehr möglich. Die Bahn stellt den Verkauf von Papiertickets an Bord ein. Es gibt aber eine Alternative: Nach Abfahrt des Zuges hat jeder Reisende 10 Minuten Zeit, per Handy oder Laptop ein digitales Ticket zu kaufen. Zugfahrten bleiben also auch weiter für spontane Menschen möglich, sofern sie digital sind.

Briefporto wird teurer

Die Post erhöht das Porto für Briefe, Postkarten, Einschreiben. Auch andere Produkte sind von den Portoerhöhungen 2022 betroffen. Die Briefmarke für einen Standardbrief kostet ab Januar 85 statt bisher 80 Cent. Auf Postkarten muss dann eine 70-Cent-Briefmarke, 10 Cent mehr als bislang.

Elektroschrott beim Discounter entsorgen

In Deutschland werden viel zu viele kaputte oder alte Elektrogeräte in den falschen Müll geworfen. Deshalb wird die Entsorgung jetzt verbraucherfreundlicher: Spätestens ab Juli können auch die Verbraucher in Baden-Württemberg ihre aussortierten Elektrogeräte beim Lebensmitteldiscounter oder im Supermarkt zurückgeben. Diese Bedingungen sind zu beachten: Nur Geschäfte mit einer Verkaufsfläche mit mindestens 800 Quadratmetern fallen unter die Rücknahmepflicht. Und das auch nur dann, wenn sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Dazu zählt aber auch schon der Verkauf von Lampen.

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Ciao, dünne Plastiktüte - Verbot für mehr Umweltschutz

Mehr als eine Milliarde Plastiktüten werden im Jahr von den Deutschen verbraucht. Damit ist ab 1. Januar Schluss. Ab dann sind Einwegtüten an den Kassen verboten. Das Tüten-Verbot betrifft allerdings nur solche mit einer mittleren Materialdicke, im Fachjargon Wandstärke. Erlaubt bleiben die dünnen, so genannten Hemdchentüten für Obst und Gemüse und dicke Tüten mit Henkeln, bei denen man davon ausgeht, dass sie mehrfach benutzt werden. Das Aus für Plastiktüten ist ein Schritt zur Vermeidung von Plastikmüll, denn die Tüten werden häufig nur wenige Minuten verwendet, bevor sie direkt im Müll landen.

Faire Verbraucherverträge - Schluss mit langen Kündigungsfristen

Eine Kündigungsfrist von drei Monaten ist bislang gängige Praxis. Damit ist es jetzt vorbei. Ob Handy oder Zeitungsabo: Alle Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden, haben nur noch eine Kündigungsfrist von einem Monat.

Kündigungsbutton - einfache Kündigung per Klick im Internet

Verträge im Internet lassen sich ruckzuck abschließen – die Kündigung hingegen ist meist deutlich komplizierter und verbraucherunfreundlich. Zum 1. Juli 2022 ändert sich nun das Kündigungsrecht und wird verbraucherfreundlicher. Ab dann müssen nämlich Anbieter im Internet einen gut sichtbaren Kündigungsbutton anbieten. Das gilt zum Beispiel für Fitnessstudios, Online-Dienste, Handy- oder Strom-Verträge. Außerdem müssen die Anbieter eine elektronische Eingangsbestätigung der Kündigung verschicken, damit der Verbraucher einen Nachweis hat.

Corona-Bonus bis Ende März steuerfrei

Es dürfen noch bis Ende März Corona-Sonderzahlungen steuerfrei gezahlt werden. Ein solcher Bonus darf nicht mehr als 1.500 Euro betragen und muss zusätzlich zum regulären Arbeitsentgelt gezahlt werden. Wer im alten Jahr noch Anschaffungen für das Homeoffice gemacht hat, kann diese im neuen Jahr dann zum Teil bei der Steuererklärung 2021 geltend machen.

Mindestlohn steigt auch in Baden-Württemberg

Wer zum Mindestlohn arbeitet, bekommt im kommenden Jahr in zwei Stufen mehr Geld: Ab 1. Januar gibt es zunächst brutto 9,82 Euro, das sind 22 Cent mehr als bislang. Mitte des Jahres steigt der Mindestlohn dann auf 10,45 Euro an. Geht es nach dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, soll der Mindestlohn sogar bald auf zwölf Euro erhöht werden.

Küken schreddern ist ab 1. Januar verboten

Eine schier unfassbare Zahl: 45 Millionen Hühnerküken werden jährlich in Deutschland getötet. Das ist ab Januar nun verboten. Dabei geht es um die geschlüpften, männlichen Eintagsküken.

Zensus 2022 - es wird wieder gezählt

Am 15. Mai startet ein neuer Zensus – also eine Volkszählung. Die Befragung läuft allerdings über eine zufällig ausgewählte Stichprobe. Diese soll bundesweit gut zehn Millionen Menschen umfassen.

Corona: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Während über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht noch diskutiert wird, ist sicher, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht kommt. Sie wurde am 10. Dezember von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Ab Mitte März müssen nun Mitarbeiter in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Menschen gegen Corona geimpft sein. Das betrifft Menschen, die etwa in Altenheimen, Krankenhäusern, Arztpraxen, im Rettungsdienst und in der Behindertenbetreuung tätig sind.

Anwohnerparkausweis in BW wird teilweise teurer

Worüber in vielen Städten noch diskutiert wird, steht in Tübingen und Freiburg bereits fest: das Anwohnerparken wird teurer. In Freiburg kostet der Ausweis ab Januar nicht mehr 30 Euro im Jahr, sondern satte 360 Euro. In Tübingen fällt die Erhöhung mit 120 Euro zwar geringer aus. Fahrer schwerer Wagen, sogenannter SUVs, sollen aber mit bis zu 180 Euro zur Kasse gebeten werden.

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Solardachpflicht für neue Häuser in Baden-Württemberg

Ab 2022 heißt es in Baden-Württemberg: Nur Solar-Dächer, sind gute Dächer. Denn ab dem 1. Mai gilt beim Bau eines neuen Hauses, dass aufs Dach eine Solaranlage gehört. Bereits ab Januar müssen laut Umweltministerium auf allen neuen Nicht-Wohngebäuden wie Firmendächern oder Hallen Photovoltaik-Anlagen angebracht werden - ebenso wie über Parkplätzen ab einer Größe von 35 Stellplätzen. Ab 2023 wird die Regelung auch auf grundlegende Dachsanierungen ausgeweitet.

Schnellzugstrecke Stuttgart-Ulm

Nach zwölf Jahren Bauzeit und einem Jahr Testfahrten soll im Dezember 2022 die Schnellzugstrecke Stuttgart-Ulm in Betrieb gehen. Zugreisende sollen dann zwischen den beiden Städten nur noch gute 30 Minuten brauchen und damit etwa halb so lang wie bisher.

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