PCR-Test sind immer noch der Goldstandard, wenn es darum geht, Coronaviren zu erkennen. Doch dafür sind in der Regel sehr aufwändige Laboruntersuchungen notwendig.  (Foto: IMAGO, imago images/Sven Simon)

Vierte Corona-Welle in Baden-Württemberg

Corona: PCR-Test benötigt? Darauf müssen Sie dringend achten

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Labore in BW sind derzeit oft überlastet, Corona-Getestete müssen deshalb länger auf ihr PCR-Ergebnis warten. Darauf müssen Sie achten, wenn Sie schnell ein Testergebnis brauchen.

Ungeimpfte brauchen ihn, wenn sie sich die Haare schneiden lassen wollen: den negativen PCR-Test. Doch auch auf Geimpfte kann eine PCR-Testung zukommen, etwa wenn vorher ein Antigen-Schnelltest positiv ausfällt. Der PCR-Test gilt als die zuverlässigste Art, eine mögliche Corona-Infektion abzuklären. Doch: Bis das Ergebnis vorliegt, kann es dauern. Weil die Labore in Baden-Württemberg überlastet sind, zieht sich das Testprozedere aktuell oft in die Länge.

Wann man einen PCR-Test braucht

Weil die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg massiv ansteigen, hat die Landesregierung die sogenannte "Alarmstufe II" ausgerufen - und damit schärfe Regeln insbesondere für Menschen verhängt, die nicht geimpft oder genesen sind. In manchen Bereichen des öffentlichen Lebens reicht Ungeimpften nun nicht mehr der kostenlose Antigen-Schnelltest, auch Bürgertest genannt. Wer eine körpernahe Dienstleistung in Anspruch nimmt, also einen Friseurbetrieb oder Barbershop besucht, braucht ein negatives PCR-Test Ergebnis.

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Auch wer ungeimpft reisen will, muss manchmal einen PCR-Test mit einplanen. Die Einreise nach Österreich ist seit dem 22. November nur mit einem negativen PCR-Test möglich, der nicht älter als 72 Stunden (ab Probenentnahme) ist. Gleiches gilt etwa für Irland. Generell informiert das Auswärtige Amt über Reise- und Sicherheitshinweise während der Pandemie. Der ADAC liefert eine Übersicht über die Einreiseregeln verschiedener Länder für Geimpfte und Ungeimpfte.

Dann ist ein PCR-Test Pflicht

Egal ob geimpft oder ungeimpft - generell gilt, dass das positive Ergebnis eines Selbsttests oder eines Antigen-Schnelltests Bürgerinnen und Bürger zu einem PCR-Test verpflichtet. Selbsttests können zuhause von jeder oder jedem vorgenommen werden, Antigen-Schnelltests (kostenlose Bürgertests) werden von geschultem oder medizinischem Personal durchgeführt. Bei einem positiven Testergebnis sollen sich Betroffene absondern und Kontakte zu anderen Menschen unterlassen, auch wenn keine Symptome vorliegen. Die Absonderung endet, wenn ein negatives PCR-Testergebnis vorliegt.

Zudem werden alle Ungeimpften, Geimpften und Genesenen PCR-getestet, die Covid-19-typische Symptome aufweisen. Auch der enge Kontakt mit Infizierten oder eine rote Corona-Warn-App kann ein Grund sein, einen PCR-Test durchzuführen. Ärztinnen und Ärzte oder das örtliche Gesundheitsamt entscheiden dann unter Berücksichtigung von Genesenen- oder Geimpftenstatus, ob der Test medizinisch sinnvoll ist. PCR-Tests werden außerdem für Beschäftigte sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen des Gesundheitsbereichs durchgeführt, wenn dort Corona-Fälle auftreten.

Ob man nun Kontakt mit einer infizierten Person hatte, man deutliche Krankheitssysmptome aufweist oder ein Schnelltest positiv ausfällt: Erster Schritt ist ein Anruf bei der Hausarztpraxis, beim örtlichen Gesundheitsamt oder beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer: 116 117). Die Stellen informieren über das weitere Testprozedere.

Starker Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg:

Wo bekomme ich einen PCR-Test und wie viel kostet er?

Corona-Schwerpunktpraxen, Fieberambulanzen und Testzentren nehmen PCR-Testungen vor. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bietet eine Suche (KVBW) nach den Anlaufstellen in der Nähe. Sie rät Menschen mit typischen Symptomen, eine Fieberamblulanz oder Arztpraxen aufzusuchen. Ordnet eine Ärztin, ein Arzt oder ein Gesundheitsamt einen PCR-Test an, etwa weil ein Antigen-Schnelltest positiv ausfällt oder Symptome auftreten, werden die Kosten der Testung von der Krankenkasse übernommen. Benötigen Menschen einen Test, um zum Friseur zu gehen oder ins Ausland zu fahren, muss dieser selbst gezahlt werden. Die Preise liegen in der Regel zwischen 60 und 200 Euro.

Langes Warten auf ein Testergebnis

Normalerweise liegt das Ergebnis eines PCR-Tests 24 Stunden nach der Probenentnahme vor. Weil aber die Labore derzeit überlastet sind, kann es zu Verzögerungen kommen. So berichtet das Ravensburger Labor Dr. Gärtner, dass das Bearbeiten der Tests bis zu 24 Stunden länger dauern kann. Damit ist in Einzelfällen mit Wartezeiten von bis zu 48 Stunden zu rechnen. Betroffene berichten aktuell von noch längeren Wartezeiten.

Weil die Lage in den Laboren angespannt ist, priorisieren viele bei der Testung. Heißt: Ein PCR-Test für den Friseurbesuch wird später bearbeitet als etwa Tests von wahrscheinlich Erkrankten.

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Wenn das PCR-Testergebnis positiv ist

Ein positives PCR-Testergebnis weist mit hoher Sicherheit auf eine Corona-Infektion hin. Das Labor, das den Test ausgewertet hat, meldet das Ergebnis an das Gesundheitsamt. Die Behörde kontaktiert dann die betroffenen Personen und ordnet deren Isolierung an. Diese Isolierung wird frühestens nach 14 Tagen aufgehoben - wenn mindesten 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr aufgetreten sind und ein negativer Antigen-Test oder PCR-Test vorliegt. Der positive PCR-Befund gilt in den kommenden sechs Monaten als Genesenennachweis.

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