Ein Mitarbeiter eines Wirtshauses kontrolliert am Eingang den 3G-Nachweis von zwei Gästen. Gäste von Restaurants müssen bei ihrem Aufenthalt in Innenräumen geimpft, getestet oder genesen sein. | (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

PCR-Testpflicht in Gastronomie, Freizeitparks, Fitnesstudios

Corona-Warnstufe: Viele Betreiber rechnen mit Umsatzeinbußen

STAND

Seit Mittwoch greift die Corona-Warnstufe in Baden-Württemberg. In Gastronomie, Freizeitparks und Fitnessstudios gelten strengere Regeln. Betreiber rechnen mit Umsatzeinbußen.

Schärfere Corona-Regeln sollen die Intensivstationen im Land entlasten. Die Warnstufe, die seit Mittwoch gilt, bedeutet nicht nur Einschränkungen für ungeimpfte Menschen. Zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens sind ebenfalls betroffen - wie beispielsweise Gastronomie, Fitness- und Veranstaltungsbranche. Denn wollen Ungeimpfte Zugang, müssen sie in der Warnstufe einen negativen PCR-Test vorweisen. Der wesentlich günstigere Schnelltest gilt nur noch im Außenbereich.

Gastronomie besonders schwer getroffen

Zahlreiche Branchen mit Publikumsverkehr erwarten deshalb negative Auswirkungen auf den Betrieb. Besonders stark werde der gastronomische Bereich getroffen, sagte ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) in Baden-Württemberg auf Anfrage des SWR. Wie groß die Verluste sein würden, könne zwar nicht beziffert werden. Einer Umfrage des Verbandes unter 500 Mitgliedsbetrieben zeige jedoch, dass 58 Prozent "pessimistisch" bis "sehr pessimistisch" seien, was das wichtige Geschäft zum Jahresende angehe.

Stuttgarter Wirt rechnet mit Umsatzeinbußen

Der Stuttgarter Wirt Osman Madan erwartet in der Warnstufe deutlich weniger Kundschaft. "Wir rechnen mit Umsatzeinbußen", sagte Madan dem SWR. Ungeimpfte Personen würden wohl nicht extra für einen Restaurantbesuch einen teureren PCR-Test machen. Zudem blieben wohl nicht allein Ungeimpfte weg. Madan befürchtet, dass auch größere Gästegruppen von einem Besuch absehen, sobald nur eine Person aus dieser Gruppe sich testen lassen müsste.

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Auch für Gastronomie-Betriebe, die sich für die 2G-Regel entschieden hatten, gibt es in der Warnstufe Einschränkungen. Bestand für Beschäftigte und Gäste in der Basisstufe keine Maskenpflicht, müssen sie die Maske nun - trotz 2G - wieder aufsetzen.

DEHOGA fordert Erleichterungen bei 2G-Modell

Die Verschärfung der 2G-Regel wird von der DEHOGA kritisiert. Man unterstütze zwar die Corona-Maßnahmen der Landesregierung. Allerdings sollten Gäste in Restaurants, die sich für das 2G-Modell entschieden haben, auch in der Warn- und Alarmstufe keine Maske tragen müssen.

Land plant Kontrollen in Gastronomie

Bereits für die kommende Woche plant die Landesregierung Kontrollen in der Gastronomie. Alle Städte und Gemeinden seien dazu aufgerufen, am 11. und 12. November in Restaurants, Bars und Gaststätten vor allem die Einhaltung der 3G-Regel zu überprüfen, teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit. Mehrere Städte wie Stuttgart, Mannheim, Tübingen und Freiburg kündigten an, dass es stichprobenartige Kontrollen geben werde.

Nach Angaben des Sozialministeriums soll mit der Aktion zur Einhaltung der strengeren Regeln sensibilisiert werden. Ein besonderes Augenmerk werde dabei auf der Kontrolle von PCR-Tests liegen, sagte ein Ministeriumssprecher.

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Für manche Fahrgeschäfte gilt PCR-Testpflicht

Auch in Freizeitparks wie Tripsdrill gibt es bei der Warnstufe strengere Regeln. Noch am Dienstag brauchten Besucher keinen Nachweis. Seit Mittwoch gilt die 3-Regel am Eingang, Zutritt zu manchen Fahrgeschäften gibt es zudem nur noch mit einem negativen PCR-Test.

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Getestete zählten im Park ohnehin zu den seltenen Gästen, so Birger Meierjohann, Sprecher des Freizeitparks. Mit der Warnstufe würden es wohl noch weniger werden. "Ich würde mal sagen, einen Schnelltest, der meist um die 15 Euro kostet, nehmen sicher viele in Kauf. Vor allem, wenn sie mit der Familie kommen. Die Kinder sind ja sowieso von der Testpflicht befreit. Aber ob jemand in Kauf nimmt, einen PCR-Test zu bezahlen, das muss sich zeigen. Ich denke: Eher nicht", so Meierjohann.

Mitgliederschwund in Fitnessstudios?

Eine PCR-Testpflicht gibt es auch für ungeimpfte Sportlerinnen und Sportler, die ins Fitnesstudio wollen. Heike Renz, Leiterin des Stuttgarter Studios Move Factory, befürchtet deshalb, dass mehr Kunden wegbleiben werden. Bereits nach den ersten beiden Lockdowns sei das der Fall gewesen. Um einem weiteren Mitgliederschwund entgegenzuwirken, bietet Renz ungeimpften Personen nun an, ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio vorerst ruhen zu lassen. Bereits am ersten Tag der Warnstufe hätten das fünf Mitglieder in Anspruch genommen, so Renz.

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