Eine Intensivkrankenschwester steht auf einer Intensivstation im Zimmer eines Covid-19-Patienten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

PCR-Tests statt Schnelltests

Mehr als 250 belegte Intensivbetten in BW - Lucha rechnet mit Warnstufe ab Mittwoch

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In Baden-Württemberg sind seit Freitag mehr als 250 Covid-19-Erkrankte in intensivmedizinischer Behandlung. Damit wird zum ersten Mal die Grenze hin zur Warnstufe überschritten.

Insgesamt 258 Intensivbetten sind derzeit in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt, meldete das baden-württembergische Landesgesundheitsamt am Freitag. Damit wird es wahrscheinlicher, dass die Warnstufe in Baden-Württemberg ab Mittwoch gilt.

Diese wird ausgerufen, wenn die Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert von 250 erreicht oder überschreitet. Fällt das Wochenende oder ein Feiertag dazwischen, wird die Zählung danach fortgesetzt. Da Baden-Württemberg am Montag mit Allerheiligen einen Feiertag hat, setzt erst am Dienstag die Zählung fort. 

Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) rechnet mit dem Eintreten der Warnstufe ab Mittwoch, sagte er dem SWR in einem Radio-Interview.

Außerdem appellierte Lucha an die Menschen, sich ein drittes Mal impfen zu lassen.

Warnstufe: Einschränkungen für Ungeimpfte

Tritt die Warnstufe in Kraft, gelten landesweite Einschränkungen für Ungeimpfte. Dazu zählen beispielsweise Kontaktbeschränkungen. So dürfte sich ein Haushalt nur mit fünf weiteren Personen treffen. Außerdem müssten Ungeimpfte vielerorts negative PCR-Tests vorweisen. Von den Einschränkungen ausgenommen sind neben Geimpften und Genesenen auch Kinder und Jugendliche und Menschen, die sich etwa aus medizinischen Gründen nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können. In der Gastronomie würde die 2G-Option wegfallen, die es Wirtinnen und Wirten erlaubt, selbst zu entscheiden, ob ihre Beschäftigten Masken bei der Arbeit tragen müssen.

Die drohende Warnstufe wusste Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt in der Fernsehsendung SWR Aktuell einzuordnen.

Immer mehr Covid-Patientinnen und -Patienten müssen auf Intensivstation

In Baden-Württemberg stehen laut DIVI-Intensivregister insgesamt 2.291 Betten auf Intensivstationen zur Verfügung. Davon sind 2.018 (258 von Covid-19 Patientinnen und Patienten) belegt. Insgesamt stehen daher noch 273 Betten zur Verfügung. Das sind 11,9 Prozent aller verfügbaren Betten auf Intensivstationen im Land. Am Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Intensivpatienten noch bei 246, am Mittwoch bei 242 und am Freitag vergangener Woche bei 211 gelegen.

Alle Intensivstationen in Deutschland zusammengezählt behandeln derzeit 1.868 Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Insgesamt sind 24.728 Intensivbetten in Deutschland betriebsbereit, davon sind 13,2 Prozent noch frei. Die Lage ist gerade angespannt. Vergleichsweise viele Intensivbetten sind aktuell belegt. (Quelle: DIVI-Intensivregister, Stand: 29.10.2021 17:15 Uhr).

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Unterschiedliches Infektionsgeschehen bei Ungeimpften und Geimpften

Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt laut Landesgesundheitsamt 181,2 pro 100.000 Einwohner (Stand: Freitag, 29.10.). Die Sieben-Tage-Inzidenz für Covid-19 Fälle mit einer abgeschlossenen Impfserie beträgt 56,3 pro 100.000 Einwohner, gegenüber 411,1 pro 100.000 Einwohner für Ungeimpfte, nicht vollständig geimpfte Covid-19 Fälle und Fälle ohne Angaben zum Impfstatus.

Im neuen Pandemie-Hotspot Pforzheim liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 360. Am dortigen Helios-Klinikum müssen laut Chefarzt Felix Schuhmacher fast nur Ungeimpfte auf den Intensivstationen behandelt werden. Dabei seien die Patientinnen und Patienten mittlerweile viel jünger als in den ersten Corona-Wellen. Die jüngste Patientin war laut Schuhmacher rund 20 Jahre alt.

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