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Ob eine zweite Coronawelle Baden-Württemberg erfassen wird oder nicht, kann niemand genau sagen. Die Krankenhäuser im Land bereiten sich auf ein solches Szenario aber schon vor.

Im Frühjahr 2020 forderte der Ausbruch des Coronavirus die Kliniken in Baden-Württemberg heraus. Einige fürchteten ein medizinisches Inferno, wie Professor Jan Steffen Jürgensen vom Klinikum Stuttgart dem SWR berichtet: "Angstbesetzt. Eine Herausforderung mit dem positiven Nebenaspekt, gebraucht zu werden." Trotzdem sei es unklar gewesen, welche Gefährdung für das Personal bestanden und was das für die eigene Gesundheit bedeutet habe.

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Ruhiges Infektionsgeschehen noch kein Entwarnungsgrund

Seit dem Beginn der Pandemie im Land ist es deutlich ruhiger geworden. Am Klinikum Stuttgart - dem größten in Baden-Württemberg - wird gerade noch eine Handvoll von Corona-Infizierten stationär behandelt. Doch die Ruhe ist für viele Experten auch trügerisch. Doktor Karlin Stark, Präsidentin des Landesgesundheitsamts, warnt: "Man kann nicht sagen, dass wir eine Entwarnung haben, wir müssen nach wie vor sehr aufmerksam bleiben und die Lage entsprechend beobachten und bewerten."

Vorsorge mit Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten

Deshalb sorgen die Kliniken im Land vor, zum Beispiel mit Schutzausrüstung. Vor elf Wochen war diese noch Mangelware. Heute sieht die Lage anders aus: Kliniken und Behörden berichten von gut gefüllten Lagern, genügend Nachschub sogar für zusätzliche Pandemielager. Auf Nachfrage des SWR bestätigt auch die Sprecherin des Gemeindetags Baden-Württemberg, dass die Lagerhallen mit Schutzausrüstungen gefüllt seien.

Auch Beatmungsgeräte, die zu Beginn noch nach strengen Regeln an Kliniken verteilt wurden, sind mehr als ausreichend vorhanden. Viele Krankenhäuser haben eher die Qual der Wahl.

Problem: Fehlendes Personal in den Gesundheitsämtern

Die Gesundheitsämter, die potenzielle Infektionsherde nachverfolgen müssen, stehen jedoch nach wie vor vor einem Problem: Ihnen fehlt es an Personal. Deshalb fordert Karlin Stark vom Landesgesundheitsamt: "Wir brauchen mehr Personal, mehr qualifiziertes Personal. Und wir brauchen auch mehr finanzielle Möglichkeiten." Denn die Maßnahmen müssten umgesetzt und die Bevölkerung auch aufgeklärt werden, um eine zweite Welle zu verhindern.

Für Professor Jürgensen vom Klinikum Stuttgart ist neben der Vorbereitung durch Ärzte und medizinisches Personal deshalb noch etwas ganz anderes entscheidend: "Gesellschaftlich weiter Vernunft, Abstand, Hygiene-Regeln, Maske, Lüften. Die wichtigen Verhaltensregeln, die einfach der mächtigere Hebel sind, um es gar nicht zu den Erkrankungen kommen zu lassen." Das wünsche er sich von der Bevölkerung.

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