Die Kriegsgräber-Gedächtnisstätte auf dem Bergfriedhof in Tübingen. (Foto: SWR, Andrea Schuster)

Veranstaltungen an vielen Orten im Land

Volkstrauertag in BW: Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt

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In Baden-Württemberg ist am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert worden - unter anderem in Stuttgart, Tübingen und Südbaden.

In Stuttgart hatte der Rat der Religionen am Sonntag zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen. Die multireligiöse Feier auf dem Stauffenberg-Platz am Alten Schloß wurde von Vertretern und Vertreterinnen des Christentums, des Judentums und der muslimischen Gemeinde Stuttgart-Wangen gestaltet. Mit Gebeten und Texten der jeweiligen Religionen wurde der Volkstrauertag zum Anlass für das Gedenken an die Opfer von Krieg und Terror genommen.

Stuttgart

Gedenken am Volkstrauertag Multireligiöse Feier in Stuttgart als Mahnung gegen Krieg und Gewalt

Mit Kranzniederlegungen auf dem Stuttgarter Pragfriedhof und am Stauffenberg-Platz ist der Volkstrauertag begangen worden. Der Rat der Religionen hatte zu einer multireligiösen Feier eingeladen.  mehr...

Bei der zentralen Gedenkfeier des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Neuen Schloss unterstrich Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) die Bedeutung des Erinnerns. "Ich habe den Eindruck, insbesondere viele Jüngere halten den Volkstrauertag und die Kriegsgräberfürsorge heute für verstaubt und uncool", sagte Nopper am Sonntag. "Kriege und Terror überall auf der Welt sind aber leider nicht Vergangenheit, sondern bittere Gegenwart", so der CDU-Politiker.

Stuttgarter OB fordert "lebendige Erinnerung"

Man müsse runter vom weichen Sofa und hin zur lebendigen Erinnerung, sagte Nopper. Der Volkstrauertag gebe auch Gelegenheit, über Bedeutung, Rolle und Akzeptanz von Militär, Streit- und Sicherheitskräften in Deutschland nachzudenken. "Militär und auch Polizei haben mehr Wertschätzung, Achtung und Rückhalt verdient", sagte der Stuttgarter Oberbürgermeister.

Friedenspädagoge: Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Auf dem Tübinger Bergfriedhof legte Landrat Joachim Walter (CDU) einen Kranz nieder. Er erinnerte an das Schicksal der Menschen in Afghanistan als Beispiel dafür, wie aktuelle Konflikte Menschen bedrohen. Dekanin Elisabeth Hegne sagte, es sei wichtig, das globale Zusammenleben zu stärken. Der Volkstrauertag sei ein geeigneter Tag, um sich das bewusst zu machen. Der Tübinger Friedenspädagoge Uli Jäger erklärte, man müsse außenpolitisches Denken am Frieden orientieren und bei weltweiten Herausforderungen - wie etwa dem Klimawandel - gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Grenzüberschreitendes Gedenken

In Südbaden und im Elsass gab es mehrere Gedenkveranstaltungen sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Bergheim und auf dem benachbarten französischen Nationalfriedhof in Sigolsheim wurden Kränze niedergelegt. Außerdem hielt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bergheim eine Feierstunde ab.

Steinmeier am Volkstrauertag "Das Gedächtnis versagt vor den Verbrechen"

Die Spitzen des Staates gedenken am heutigen Volkstrauertag der Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft. Bundespräsident Steinmeier erinnerte an die Leidtragenden des deuts…  mehr...

Bundespräsident: "Sprachlosigkeit überwinden"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Volkstrauertag an die Opfer von Gewalt und Krieg überall auf der Welt erinnert. Steinmeier beklagte, viele Orte deutscher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg - etwa im Osten und Südosten Europas - seien in Deutschland aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt. Gedenken setze aber ein gemeinsames Gedächtnis voraus, "einen Raum für Erinnerungen, die wir teilen, in Deutschland, in Europa", sagte Steinmeier in Berlin.

Bei der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Bundestag mahnte Steinmeier zudem eine stärkere Auseinandersetzung der Gesellschaft mit der Bundeswehr als Parlamentsarmee an. "Wir müssen Sprachlosigkeit überwinden - auch die Sprachlosigkeit vieler Teile der Gesellschaft gegenüber unserer Armee. Auch das ist Auftrag an einem solchen Tag", so der Bundespräsident. Das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Armee werde von der Erfahrung zweier Weltkriege, Schuld und Scham geprägt. Verantwortung für die eigene Geschichte anzunehmen, dürfe aber nicht bedeuten, die Auseinandersetzung mit den Konflikten der Gegenwart zu scheuen, sagte Steinmeier.

Sigolsheim/Lahr

Erinnern im Dreiländereck Grenzüberschreitendes Gedenken am Volkstrauertag in Südbaden

In Südbaden und im Elsass wird am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Auch an der Grenze zur Schweiz gibt es verschiedene Veranstaltungen.  mehr...

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