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Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg steigen erneut. Neben den Neuinfektionen lässt jedoch eine weitere Statistik aufhorchen: die der nachgewiesenen Varianten des Virus.

Die Coronavirus-Varianten breiten sich in Baden-Württemberg rasant aus. Entfielen in der letzten Januarwoche nur 7,4 Prozent aller positiven Tests auf die ansteckenderen Varianten, waren es vergangene Woche schon 50 Prozent. In der Woche davor lag der Prozentsatz bei 34, so die Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend.

Die Landesregierung hatte angekündigt, in der zweiten Februarhälfte positive Tests flächendeckend auf Varianten untersuchen zu lassen. Insgesamt hatte es von Montag bis Sonntag landesweit gut 5.700 Neuinfektionen gegeben. Laut Regierungspräsidium Stuttgart wurden rund 5.000 positive Tests weiter differenziert. Aufgrund der Einzugsgebiete der Labore könnten darunter vereinzelt auch Proben aus anderen Bundesländern sein.

Virus-Varianten: Vor allem jüngere Menschen betroffen

Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5.101 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Den größten Anteil daran nimmt der in Großbritannien entdeckte Variantentyp "B.1.1.7" ein. Die meisten nachgewiesenen Varianten fiel dabei auf Personen in der Altersgruppe unter 60 Jahren. Allein bei Kindern zwischen 0 und 9 Jahren habe die Zahl der Variantennachweise bei 343 gelegen, bei den Personen ab 70 bei insgesamt 403.

Derweil dämpft Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Hoffnungen auf weitere Öffnungsschritte im Lockdown. So berichtete der SWR am 2.3. darüber:

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Generell nimmt das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg weiter an Fahrt auf. So stieg am Dienstag (Stand: 16 Uhr) die Zahl der bestätigten Neuinfektionen um weitere 1.085 Fälle an (Dienstag vor einer Woche: 892). Auch die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreichte im Vergleich zum Vortag eine leichte Steigerung und beträgt derzeit 52,0 (Montag: 51,9; am Dienstag vor einer Woche: 45,5). 

Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert wurde mit 1,05 angeben. Ein R-Wert von 1,05 bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Solange die Zahl über einen längeren Zeitraum größer als 1 ist, verbreitet sich das Virus in der Bevölkerung mit wachsender Geschwindigkeit, die bis zum exponentiellen Wachstum führen kann. Bei einem Wert unter 1 wird die Ausbreitung abgebremst.

RKI berichtet zu Virusvarianten

Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, prognostizierte im Podcast "Coronavirus-Update" des NDR unterdessen, dass der Anteil der ansteckenderen Mutante weiter steigen wird. Dies sei unausweichlich. In Großbritannien gebe es mittlerweile nur noch Reste anderer Varianten, "B.1.1.7" dominiere vollkommen, erklärte Drosten.

Am Mittwochnachmittag veröffentlicht das Robert-Koch-Institut seinen Bericht zu den Virusvarianten - vermutlich bestätigt dieser den Trend, dass sich die mutierten Viren weiter ausbreiten.

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