Der Weg bis zur Impfung

Hausarzt, Impfzentrum, Betriebsärzte - so wird der Corona-Impfstoff verteilt

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Seit einem Monat sind Hausärzte in die Corona-Impfkampagne eingebunden. Im Vergleich zu den Impfzentren haben sie weniger Impfdosen zur Verfügung - noch. Der Weg der Impfstoff-Beschaffung scheint schwierig.

Nach Ostern sind die Hausarztpraxen offiziell in die Corona-Impfkampagne mit eingestiegen. Der "deutliche Schub", den Baden-Württembergs Sozial- und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) zum Impfgipfel Mitte April angekündigt hatte, wird demnach in der zweiten Maihälfte oder Anfang Juni erwartet.

Mitte April waren die Erwartungen der Hausärzte groß. Damals hatte der SWR so darüber berichtet:

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Hausärzte sollen bald deutlich mehr Corona-Impfstoff bekommen

Derzeit stehen den Hausarztpraxen im Vergleich zu den Impfzentren nur wenige Dosen des Corona-Impfstoffs zur Verfügung. Entsprechend werden viele Patienten, die auf eine Impfung beim Hausarzt hoffen, an Impfzentren verwiesen. Das soll sich aber ändern, die Mengen für die Praxen sollen in absehbarer Zeit steigen.

Nach Angaben des Deutschen Apothekerverbands sind deutschlandweit für die kommende Woche (KW19) 1,6 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs angekündigt und 1,3 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs. Wie viele der angekündigten Dosen nach Baden-Württemberg gehen, ist noch nicht bekannt.

Der Weg des Corona-Impfstoff in die Hausarzt-Praxis

Die unterschiedliche Menge an Impfdosen ist auch abhängig davon, wer wen auf welchem Weg beliefert. Der Impfstoff für die niedergelassenen Hausärzte wird von der Praxis selbst über die Apotheke bestellt. Die bekommen ihre Bestellung vom Pharmagroßhandel, der wiederum vom Bund beliefert wird. Der Bund entscheidet aber, welche Menge an Impfstoffen er für die Praxen bereitstellt. Diese variiert von Woche zu Woche, so dass auch die Bestellmengen angepasst werden müssen.

Die Bestellung der Arztpraxen für die folgende Woche soll laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg immer dienstags bei den Apotheken eingehen. Donnerstags erhalten die Arztpraxen eine Rückmeldung über die Menge, die vom Pharmagroßhandel auch tatsächlich geliefert wird. Entsprechend können die Hausärzte dann planen.

Impfzentren und Betriebsärzte werden vom Bund beliefert

Die Impfzentren in Baden-Württemberg werden dagegen vom Land beliefert, das wiederum den Impfstoff direkt beim Bund bestellt. Hier scheint es trotz des direkteren Weges der Bestellung aber offenbar auch zu haken - wie der Fall des Impfzentrums Ulm zeigt.

Dort droht in der kommenden Woche ein Impfstoff-Engpass. Sozialminister Lucha hatte am Dienstag auf einer Pressekonferenz gesagt, Termine für Zweitimpfungen könnten zwar gewährleistet werden, für die Erstimpfungen zeichneten sich aber Probleme ab.


Auch die Betriebsärzte, die Anfang Juni in die Corona-Impfkampagne einsteigen werden, sollen direkt vom Bund beliefert werden - das ist laut SWR-Informationen zumindest der Wunsch der Landesregierung. Derzeit liefen die notwendigen Vorbereitungen, hieß es.

In mehr als zehn sogenannten Modell-Betrieben in Baden-Württemberg gibt es schon Corona-Schutzimpfungen für berechtigte Beschäftigte.

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Corona-Impfung: So sieht es für Fachärzte und Privatpraxen aus

Laut Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums dürfen alle Vertragsärzte impfen - also auch Fachärzte, wie Kinder- und Jugendärzte. Wegen der Impfstoffknappheit wird aber aktuell empfohlen, dass zunächst vor allem Hausärzte impfen sollen.

Patienten reiner Privatpraxen bekommen ihre Impftermine derzeit weiter über die Impfzentren. In absehbarer Zeit sollen Privatpraxen dann auch in die Impfkampagne einsteigen. Dafür muss unter anderem erst noch ein Register zur Authentifizierung der Praxen entwickelt werden. Außerdem muss ein Weg gefunden werden, um Daten in die Impfstatistik einfließen zu lassen. Laut SWR-Informationen laufen darüber Gespräche des Bundesministeriums für Gesundheit mit den Verbänden der Privatärzte und der Bundesärztekammer.

In Baden-Württemberg sind inzwischen 910.044 Menschen vollständig gegen Corona geimpft. Insgesamt wurden 4.240.736 Dosen mit dem Impfstoff verabreicht. Auf dem Impfdashboard des Bundes zeigt eine sogenannte Corona-Uhr den Fortschritt der Covid-19-Impfungen.

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