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Mehr als 10.000 Hinweise auf Gefahrenstellen und Behinderungen im Südwesten hat der SWR im Rahmen der Aktion #besserRadfahren gesammelt. Verkehrsexperte Jochen Eckart zieht Bilanz.

Das allgemeine Fazit des Verkehrsökologen ist eindeutig: Nach Ansicht von Professor Jochen Eckart von der Hochschule Karlsruhe fehlt es vor allem an der Durchgängigkeit von konfliktfreien Radwegen. Insofern seien die über 10.000 Hinweise, die durch die #besserRadfahren-Aktion des SWR zusammengekommen seien, keine echte Überraschung.

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Gefahrenquelle Überholmanöver

Oftmals fühlten sich Radfahrer beispielsweise durch zu enge Überholmanöver gefährdet. Das liege zum einen daran, dass viele Autofahrerinnen und Autofahrer die relativ neue Abstandsregel (1,50 Meter Abstand zwischen Auto und Rad innerorts, 2 Meter außerorts) noch nicht kennen würden. Dennoch müsse auch baulich reagiert werden, findet Eckart.

So müssten sogenannte "kritische Querschnitte" vermieden werden. Das seien Straßen, die ein Überholen mit knappem Abstand möglich machten, statt entweder eindeutig zu schmal oder im Gegenteil breit genug für ein Überholmanöver zu sein.

Kreuzungen sicherer machen

In Bezug auf die Unfallgefahr an Kreuzungen hält Eckart zwei Faktoren für entscheidend: "Das A und O sind Licht und Geschwindigkeit. Wir müssen dafür sorgen, dass die Sicht zwischen Autofahrer und Radfahrer gut ist", so der Verkehrsökologe. Eine Gefahrenquelle in diesem Zusammenhang seien beispielsweise parkende Autos.

Die Sache mit der Geschwindigkeit

Was Geschwindigkeitsregelungen angeht, rät Eckart ebenfalls zum Umdenken. Dabei gehe es nicht darum, generell Tempo 30 einzufordern. "Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass man das Regel-Ausnahme-Verhältnis umdreht", so Eckart. Derzeit gelte die generelle innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 und in begründeten Ausnahmefällen Tempo 30.

Nötig sei dagegen eine generelle 30er-Regelung mit der Option in Ausnahmefällen Tempo 50 zu erlauben. Schließlich habe Tempo 30 viele Vorteile: Es sei sicherer, leiser und ermögliche ein angenehmes Miteinander von Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern.

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