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Die AfD Baden-Württemberg hat ein Verkehrskonzept für die nächsten Jahrzehnte vorgestellt. Sie will beispielsweise eine Magnetschwebebahn bauen. Verkehrsminister Hermann bezeichnet die Pläne als unsinnig und überholt.

Ein Transrapid 2009 auf der Teststrecke im emsländischen Lathen (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)
Ein Transrapid (Symbolbild) (c) dpa

Mit dem neuen Verkehrskonzept will die AfD nach eigenen Angaben bei der Landtagswahl punkten. Das Konzept schlägt zum Beispiel den Bau neuer Autobahnen vor - beispielsweise zwischen Lörrach und Friedrichshafen (Bodenseekreis) oder zwischen Freiburg und Memmingen (Bayern). Es sei beschämend für das Land des Automobils, dass in Baden-Württemberg nur acht  Prozent des deutschen Autobahnnetzes zu finden seien. Außerdem will sich die Partei für einen Transrapid von Mannheim über Stuttgart nach Ulm einsetzen, um Inlandsflüge auf die Schiene zu verlagern.

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Unterirdisches Warentransportsystem nach schweizer Vorbild

Um den Lkw-Verkehr auf den Straßen zu reduzieren, strebt die AfD ein unterirdisches Waren-Transportsystem nach Vorbild der Schweiz an. Nach eigenen Angaben würde allein dieses Vorhaben über 20 Milliarden Euro kosten. Die AfD-Landesvorsitzende Alice Weidel nannte das Konzept eine "grundlegende Infrastrukturwende" und warf der Landesregierung Versäumnisse vor. Wie teuer ihr Verkehrskonzept insgesamt werden könnte, sagte die AfD nicht - die Kosten müsse der Staat an anderer Stelle einsparen.

Pläne für Verkehrsminister unsinnig und überholt

Was für die AfD eine grundlegende Infrastrukturwende sein soll, bezeichnet der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann als einen "Überschlag rückwärts". Die angeblich neuen Ideen seien uralt und schon lange gescheitert. Damit meint Hermann den Vorschlag, eine Ost-West-Autobahn quer durch den Schwarzwald zu bauen. Die sei bereits vor Jahrzehnten durch Bürgerprotest verhindert worden, so Hermann. Auch von dem Bau eines Transrapid von Mannheim über Stuttgart nach Ulm hält der grüne Verkehrsminister nichts. Ein solcher Bau wäre eine unsinnige Doppelinvestition, da es hier bereits eine Schnellbahntrasse gebe, so Hermann.

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