picture alliancedpa | Hendrik Schmidt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance (Archiv))

Verhandlungen beginnen am 26. Oktober

Gewerkschaften wollen 10,5 Prozent mehr für Länderbeschäftigte

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Barbara Reeder

10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 500 Euro mehr für Tarifbeschäftigte der Länder: Mit dieser Forderung gehen ver.di, dbb und GEW in die nächsten Tarifverhandlungen.

Die Gewerkschaften wollen bei den kommenden Tarifverhandlungen für 10,5 Prozent mehr Einkommen für die Tarifbeschäftigten der Länder kämpfen. Mindestens 500 Euro mehr sollte es geben, so ver.di und der Deutsche Beamtenbund (dbb). In Baden-Württemberg betrifft das nach Angaben des Finanzministeriums rund 82.000 Menschen, darunter auch die 12.000 angestellten Lehrkräfte. Daher schließt sich auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der Forderung an.

Nachwuchskräfte sollen nach dem Willen der Gewerkschaften 200 Euro mehr erhalten. Die Tariflaufzeit soll 12 Monate betragen. Sie orientieren sich bei ihren Forderungen auch am Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen im Frühjahr 2023. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder sollen am 26. Oktober beginnen. Verhandelt wird für alle Bundesländer außer Hessen, das nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist.

BW-ver.di-Chef: Geht auch um Konkurrenzfähigkeit

Baden-Württembergs ver.di-Landeschef Martin Gross sagte, selbst wenn 2024 die Inflation wieder auf Normalmaß sinken sollte, blieben die dramatischen Reallohnverluste der letzten drei Jahre. "Es geht in dieser Tarifrunde um Beschäftigte, die sich das Leben in dem Land, für das sie arbeiten, weiter leisten können wollen und müssen." Zudem gehe es um öffentliche Arbeitgeber, die ohne eine satte Lohnerhöhung ihre Konkurrenzfähigkeit im Ringen um Fachkräfte endgültig verlieren würden.

Bildungsgewerkschaft kündigt Warnstreiks an

Monika Stein, Landesvorsitzende der GEW bemängelte die "Sparpolitik der Landesregierung mit den fehlenden Studienplätzen". Dadurch habe sich der Lehrkräftemangel verschärft.

Ausbaden müssten das die Lehrkräfte, die "jeden Tag jonglieren, um wenigstens den Pflichtunterricht einigermaßen zu sichern". Auch Stein verwies auf die Inflation und forderte, "einen Tarifabschluss, der nicht nur die Löcher im Geldbeutel der Beschäftigten stopft, sondern auch deutlich zeigt, dass es sich lohnt, einen pädagogischen Beruf zu ergreifen". Sollte es zu keiner Einigung bei den Verhandlungen kommen, sei auch in Baden-Württemberg mit Warnstreiks und Unterrichtsausfällen zu rechnen, kündigte die GEW an.

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BW-Finanzministerium will Forderungen nicht kommentieren

Das baden-württembergische Finanzministerium wollte die Höhe der Tarifforderung nicht kommentieren. Meist wird der erfolgreiche Tarifabschluss auf die Beamten sowie Versorgungsempfänger übertragen. In diesem Fall würde er auch für 188.000 Beamte und rund 151.000 Versorgungsempfänger in Baden-Württemberg gelten.

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