Ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Tübingen geht während eines Warnstreiks an den Uni-Kliniken durch eine Tür mit einem Plakat, auf dem "Heute: Warnstreik!" steht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow (Archivbild))

Fahrradkorso in Freiburg geplant

Unikliniken in BW: ver.di ruft zu Warnstreiks für junge Psychotherapeuten auf

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Als Therapeut arbeiten, als Praktikant bezahlt werden - ein Unding findet die Gewerkschaft ver.di. Deshalb hat sie diese Woche zu Warnstreiks für junge Psychotherapeuten aufgerufen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will mit Warnstreiks bessere Arbeitsbedingungen für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung erreichen. Nach Gewerkschaftsangaben soll es in dieser Woche in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen ganztägige Aktionen an den Unikliniken Baden-Württembergs geben.

Fahrradkorso in Freiburg geplant

Am Donnerstagvormittag ist in Freiburg ein Fahrradkorso geplant. Der Gewerkschaft zufolge gibt es an den vier Unikliniken im Land etwa 120 Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung (PiA), die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Allgemeinpsychiatrie und Psychosomatik arbeiten. Die Hochschulabsolventen führten Therapien selbstständig durch. Dennoch würden sie nicht nach Tarifvertrag der Unikliniken bezahlt, sondern mit einem "Praktikantenlohn" in Höhe von 1.370 Euro brutto monatlich abgespeist, so ver.di.

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Die Gewerkschaft fordert eine Eingruppierung in die entsprechende tarifliche Entgeltgruppe. Verhandlungen mit den Arbeitgebern dazu seien bislang erfolglos geblieben. Es ist nicht die erste Protestaktion der Gewerkschaft, um die Arbeitsbedingungen für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung zu verbessern.

Uniklinik hält ver.di-Forderungen für überzogen

Den Unikliniken wirft ver.di vor, kein gutes Angebot bei den letzten Verhandlungen vorgelegt zu haben. Benjamin Waschow, Pressesprecher der Uniklinik Freiburg, wehrt sich gegen diesen Vorwurf.

"Ver.di fordert jetzt eine Steigerung der Vergütung von 105 Prozent. Ist das machbar? Eindeutig nicht. Für eine solche völlig überzogene Forderung haben wir kein Verständnis."

Trotzdem wünsche sich die Uniklinik eine gütliche Einigung, denn die Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten sei wichtig, sagt Waschow. Laut der Gewerkschaft haben die Kliniken bislang vor allem Einmalzahlungen angeboten. Wann die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden, ist noch unklar.

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