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Nach zweitägigen Verhandlungen ist am Samstagabend in Stuttgart ein Tarifabschluss für den kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg erreicht worden. Die Arbeitnehmer zeigen sich zufrieden.

Nach zweitägigen Verhandlungen ist am Samstagabend in Stuttgart ein Tarifabschluss für den kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg erreicht worden. Die Gewerkschaft Verdi und der kommunale Arbeitgeberverband einigten sich auf die Übernahme des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst inklusive der Corona-Prämie sowie weitere Verbesserungen.

Mehr Geld, und zeitliche Vorteile

Für den öffentlichen Dienst hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zuvor bereits auf eine Erhöhung der Entgelte um 1,4 Prozent, mindestens aber um 50 Euro, zum 1. April 2021 geeinigt. Zum 1. April 2022 soll eine weitere Erhöhung um 1,8 Prozent folgen. Zudem erhalten die Angestellten im kommunalen Nahverkehr nun ein um 120 Euro höheres Urlaubsgeld, und ab 2023 werde ein Entlastungstag nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit eingeführt, teilte ein Sprecher von Verdi mit.

Zudem sollen fast alle Mitarbeiter eine sogenannte Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro erhalten. Beim Tarifabschluss im öffentlichen Dienst ist dieser Betrag nur für bestimmte Entgeltgruppen vorgesehen, in einigen fällt er geringer aus.

Verdi kritisch, aber auch erst einmal zufrieden

Verdi zeigte sich zufrieden mit dem erzielten Ergebnis, blickte aber bereits nach vorne. "Die für einen Manteltarifvertrag sehr kurze Laufzeit gibt uns schon in gut zwei Jahren die Chance, dann hoffentlich ohne Pandemie-Bedingungen den notwendigen zweiten Schritt zu machen", so Verhandlungsführer Andreas Schackert. Er äußerte aber auch Kritik: "Dass die Arbeitgeber mit dem Corona-Argument versucht haben, Beschäftigte und Bevölkerung gegeneinander auszuspielen, hat diese Tarifrunde erheblich belastet."

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) begrüßte die Lösung. Man sei an die äußerste Grenze dessen gegangen, was für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen in wirtschaftlicher Hinsicht noch tragbar sei. "Wir haben nun eine gewisse Planungssicherheit für die kommenden Jahre", sagte Verhandlungsführerin Sabine Groner-Weber. Eine Tarifeinigung hätten auch die Öffentlichkeit und die Fahrgäste, die auf einen zuverlässigen Nahverkehr angewiesen seien und ihn nutzen wollten, in Zeiten der sich zuspitzenden Corona-Pandemie dringend erwartet. KAV-Landesvorsitzender Wolf-Rüdiger Michel sagte, damit sei die Dienstleistung des kommunalen öffentlichen Nahverkehrs für die Bürger wieder zuverlässig gesichert.

In Baden-Württemberg gilt die Einigung für rund 6.400 Beschäftigte in den kommunalen Verkehrsbetrieben. Betroffen sind Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg, Konstanz, Esslingen und Heilbronn.

Für die Beschäftigten beim Verkehrsbetrieb Rhein-Neckar-Verkehr für die Städte Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen am Rhein gilt ein Haustarifvertrag. Hier steht eine Einigung laut Verdi noch aus. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. November geplant.

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