STAND

Der Verband Bildung und Erziehung fordert, dass alle Schüler noch in diesem Schuljahr zurück an die Schule dürfen. Der Fernunterricht mindere die Qualität, bei Grundschülern gäbe es zudem eine pädagogische Notwendigkeit.

Noch in diesem Schuljahr müssten nach Meinung des Verbands für Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg alle Schüler im Land wieder in den Präsenzunterricht dürfen. Besonders kleine Grundschüler müssten so schnell wie möglich wieder an die Schule zurück, aus pädagogischen Gründen. Das sei die Auffassung vieler Lehrer, erklärte der Landesvorsitzende des Verbands, Gerhard Brand.

Auch Eisenmann möchte Grundschulen ab Juni öffnen

Konkret möchte der VBE, dass Grundschüler nach Pfingsten wieder zum Unterricht an ihre Schulen dürfen. Die Viertklässler sollen sogar etwas früher starten und ab Mitte Mai wieder die Schule besuchen dürfen. Mit dieser Meinung unterstützt der VBE die Idee der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), Grundschulen wieder ab Juni für Präsenzunterricht zu öffnen.

Ein Schreiben des baden-württembergischen Städtetags, das dem SWR vorliegt, sieht derweil vor, dass Kita-Kinder und Grundschüler der Klassen eins bis drei bis möglicherweise Mitte Juni zu Hause bleiben. Auch Eisenmann hält das für möglich. Im SWR-Interview betonte sie, dass man vorsichtig vorangehen müsse, man schaue sich die Situation jede Woche neu an.

Schülerin sitzt alleine auf dem Balkon und lernt (Foto: SWR)
Auf Dauer ist Fernunterricht laut Lehrerverband VBE keine Alternative zum Präsenzunterricht.

Fernunterricht mindert die Qualität erheblich

Gegenüber dem derzeit stattfindenden Fernunterricht äußerte sich der VBE-Vorsitzende Brand kritisch: "Es zeigt sich zum einen, dass wir nicht alle Kinder im Homeschooling erreichen, und zum anderen, dass wir starke Abstriche in der Unterrichtsqualität haben." Auch Eisenmann erklärte, dass es einen ordentlichen Teil an Schülern gebe, die man weder digital noch analog erreiche. Zudem würde das E-Learning im Land nicht flächendeckend funktionieren und müsse stark verbessert werden.

Ab Anfang Mai starke Personalprobleme erwartet

Ab dem 4. Mai sollen Abschlussjahrgänge sowie leistungsschwächere Schüler wieder an den Schulen unterrichtet werden. Hier rechnet der VBE mit erheblichen personellen Engpässen.

"Die weiterführenden Schulen müssen dann die Abschlussklassen an der Schule unterrichten, die erweiterte Notbetreuung stemmen und zugleich den Großteil der zuhause bleibenden Klassen per Fernunterricht betreuen"

Gerhard Brand, Vorsitzender des VBE Baden-Württemberg

Besonders große Schulen mit mehren Klassenzügen würden dem Verband zurückmelden, dass sie die Betreuung kleiner Lerngruppen kaum stemmen können. Wenn dann noch viele Lehrkräfte an der jeweiligen Schule in eine Risikogruppe fallen würden, "wird es eng", so Brand.

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Landesweite Inzidenz steigt über 60er-Marke

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

Sitzung des Bildungsausschusses Eisenmann: Schwächere Schüler können in die Schule bestellt werden

Ab 4. Mai sollen Schüler wieder unter Auflagen zur Schule gehen. Das betrifft vor allem Abschlussjahrgänge - aber auch leistungsschwächere Schüler. Die Entscheidung, wer kommen muss, soll laut Kultusministerin Eisenmann den Lehrern überlassen werden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN