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Der Abzug tausender US-Streitkräfte aus Deutschland ist beschlossene Sache. In Baden-Württemberg ruft die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump unterschiedliche Reaktionen hervor: Bedauern und Freude.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) bedauert den angekündigten teilweisen Abzug von US-Streitkäften aus Deutschland. US-Präsident Donald Trump hatte entschieden, dass 9.500 US-Soldaten abgezogen werden. Insgesamt sind derzeit 34.500 Streitkräfte in Deutschland - darunter auch in Baden-Württemberg - stationiert. Für die Entscheidung des US-Präsident fehle ihm jegliches Verständnis, so Strobl. Das sei ein Dämpfer für die bisherige gute Zusammenarbeit.

Baden-Württemberg möglicherweise auch von US-Truppenabzug betroffen

Ein Zeitplan für den wahrscheinlich langwierigen Abzug wurde zunächst nicht genannt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch Baden-Württemberg betroffen sein könnte. In Stuttgart befinden sich zwei weltweit wichtige Kommandozentralen für die US-Truppen. Zur Garnison gehören insgesamt 25.000 Soldaten, Zivilisten und Familienangehörige. Wie viele von den Soldaten in Stuttgart versetzt werden, ist unklar. Die Garnison in Stuttgart mit mehreren Kasernen und einem eigenen Flugplatz schweigt zu den Abzugsplänen des US-Präsidenten. Man sei nicht in der Position, sich dazu zu äußern, sagte ein Sprecher.

Arbeitsplätze in Baden-Württemberg hängen an US-Truppen

Ein teilweiser Truppenabzug hätte gravierende wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Regionen. Es hängen viele tausende Arbeitskräfte vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern an den US-Truppen. Allein in der Region Stuttgart arbeiten 20.000 Menschen für das US-Militär.

Auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) sieht in den Streitkräften einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die Standorte seien eine Stütze für die Wirtschaftskraft der jeweiligen Region. "Zivile Mitarbeiter finden hier Beschäftigung, die Unternehmen und der regionale Handel profitieren von der Nachfrage und den Investitionen der amerikanischen Streitkräfte und ihrer Soldaten", so Strobl. Er setze auf den US-Kongress, der den Teilabzug der Truppen verhindern oder zumindest erschweren könne.

Kretschmann: "Dramatischer Einschnitt"

Zuvor hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) einen möglichen Abzug als "dramatischen Einschnitt" für die betroffenen Regionen und das Verhältnis der beiden Länder bezeichnet.

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Sendedatum
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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Freude bei Friedensbewegungen über US-Truppenabzug

Friedensbewegungen dagegen kann der Abzug der US-Truppen nicht schnell genug gehen. "Die Stationierung ist ein Relikt des Kalten Krieges, das völlig obsolet geworden ist", sagt Paul Russmann vom Stuttgarter Verein "Ohne Rüstung leben". Er hat bereits Ideen für eine Umnutzung des Militärgeländes in Stuttgart. Die rund 190 Hektar Fläche könnte die Wohnungsnot in der Landeshauptstadt lindern.

Widerstand gegen Teilabzug der US-Truppen

Schon Mitte Juni hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten senken zu wollen. Mit dem Teilabzug will er Deutschland für die aus seiner Sicht weiterhin zu geringen Verteidigungsausgaben bestrafen. Im Kongress hat sich aber bereits bei Trumps Republikanern und den Demokraten Widerstand gegen den Teilabzug formiert. Der Plan wird dort vor allem kritisch gesehen, weil er das Verteidigungsbündnis Nato schwächen und Russland in die Hände spielen könnte. Im Senat und im Repräsentantenhaus gibt es daher Pläne, den Teilabzug zu verhindern.

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