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Ferien in Baden-Württemberg stehen an. Doch wie kann ein Urlaub in der Corona-Pandemie aussehen? Können wir über Pfingsten verreisen? Was ist mit dem Sommerurlaub? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Nach mehr als einem Jahr der Corona-Pandemie haben wir uns eine Auszeit und Urlaub verdient - das empfinden bestimmt viele Menschen so. Doch die Planung ist wegen der Corona-Regeln nicht gerade einfach, viele Regeln sind so weit in die Zukunft auch noch nicht bekannt.

Die Pfingstferien in Baden-Württemberg gehen dieses Jahr vom 25. Mai bis zum 5. Juni, die Sommerferien von 29. Juli bis 11. September. Generell gilt: Aktuell sollen die Menschen laut Bundesregierung keine unnötigen Reisen unternehmen. Dazu gehören eben auch Urlaubsreisen.

Können wir über Pfingsten verreisen?

Da Reisen die Infektionszahlen in die Höhe treiben können, rät die Bundesregierung für die Pfingstferien weitestgehend von Urlaubsreisen ab - egal ob ins Ausland oder innerhalb des eigenen Landes. Außerdem gilt in einigen Bundesländern ein Beherbergungsverbot.

Können wir wenigstens in Baden-Württemberg Urlaub machen?

In Baden-Württemberg sind aktuell nur Tagesausflüge möglich. Aber auch von diesen wird abgeraten. Reisen mit Übernachtungen können hier momentan nicht gebucht werden. Im gesamten Bundesland gilt seit 24. April ein Beherbergungsverbot von privaten Reisenden. Auch Übernachtungen bei Verwandten oder Freunden sind nur als Einzelperson möglich.

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Warum sollen wir in der Pandemie besser nicht verreisen?

Vergangenes Jahr hat eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin ermittelt, dass Reisebeschränkungen wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie seien. Die Studie liefert allerdings auch Hinweise darauf, dass eine verpflichtende Quarantäne für Einreisende mehr Wirkung hatte als Einreiseverbote. Der Grund dafür ist vermutlich, dass es bei Einreiseverboten oft Ausnahmen für bestimmte Personengruppen gibt. Quarantänemaßnahmen galten dagegen in der Regel für alle Einreisenden. Die Studie zeigt auch, dass gezielte Reisebeschränkungen effizienter waren als Beschränkungen, die auf alle ausländischen Länder abzielten. Die Studie untersuchte Einreiseverbote und Quarantänen für Reisende aus China und Italien.

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Können wir in Deutschland Urlaub machen? Was ist mit Sylt?

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), setzt auf Inlandsreisen ab Juni. Das würde dann die letzten fünf Pfingstferientage in Baden-Württemberg betreffen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Urlaubsreisen bei uns ab Juni in immer mehr Regionen möglich werden.", sagte Bareiß dem SWR.

Baden-Württemberg

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In Schleswig-Holstein gibt es laut Landesregierung einige sogenannte Modellregionen. Dazu gehört seit dem 1. Mai auch Nordfriesland und somit auch die Insel Sylt. Außerdem sind aktuell auch die Schleiregion und Eckernförde geöffnet. Hierhin sind Urlaubsreisen erlaubt, allerdings nur bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100. Die Modellversuche sind allerdings zunächst befristet. Das könnte also bedeuten, dass die Modellregionen bis Pfingsten möglicherweise schon wieder einen Reisestopp verhängen müssten.

Bereits vor der Anreise in die Modellregionen müssen Corona-Schnelltests gemacht und das negative Ergebnis beim Einchecken ins Hotel vorgezeigt werden. Das gilt auch beim Bezug einer Ferienwohnung. Alle zwei Tage müssen sich Urlauber außerdem erneut testen lassen. Die beiden Modellregionen haben deshalb ihre Testkapazitäten erhöht. Es gibt dort insgesamt 20 Teststationen mit kostenlosen Schnelltests für Urlauber, so die Landesregierung von Schleswig-Holstein.

Sind Camping und Urlaub mit dem Wohnmobil erlaubt?

Seit 24. April ist die "Bundes-Notbremse" in Kraft. Sie beinhaltet vonseiten der Regierung den klaren Appell: "Verzichten Sie auf private Reisen sowie Ausflüge zu touristischen Zielen." Nicht gestattet sind demnach touristische Busreisen und touristische Übernachtungsangebote - auch auf Campingplätzen. Campingplätze in Deutschland sind deshalb generell geschlossen. In europäischen Nachbarländern gelten teilweise andere Regeln.

Kann man in Bayern Urlaub machen?

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100, darf in Bayern ab 10. Mai die Außengastronomie bis 22 Uhr öffnen. Gleiches gilt für Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos.

Ab dem 21. Mai soll in Bayern auch regional wieder Tourismus möglich sein. In Land- und Stadtkreisen mit stabilen Zahlen von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen dürfen dann Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen.

In welchen Ländern können wir theoretisch Urlaub machen?

Wenn man ins Ausland reist, muss generell beachtet werden, dass nach der Rückkehr nach Deutschland Quarantäne-Regeln greifen. Außerdem gilt seit dem 30. Januar in ganz Deutschland eine Einreisesperre aus Ländern, in denen die als besonders ansteckend geltenden Varianten des Coronavirus verbreitet sind. Generell geöffnet für Urlaubsreisende sind über Pfingsten beispielsweise Nachbarländer in der Alpenregion.

Österreich und Schweiz

Ab 19. Mai öffnet Österreich wieder seine Hotels. Touristen aus Deutschland benötigen für den Zutritt und Aufenthalt lediglich aktuelle, negative Corona-Schnelltests.

Die meisten Hotels in der Schweiz sind geöffnet. Es gelten laut Regierung strickte Hygienemaßnahmen, über die sich jeder Einreisende vorab zu informieren hat.

Weitere Reiseländer in der EU sind für deutsche Touristen geöffnet oder wollen öffnen:

Künftig sollen die aktuell recht unterschiedlichen Einreiseregelungen ein Stück weit vereinheitlicht werden. Das Europaparlament plant daher etwa ein Ende der Quarantäne bei Reisen mit Impfzertifikat innerhalb der Europäischen Union. Die Situation in einigen europäischen Ländern im Überblick:

Belgien: Geschäfte haben wieder ohne Terminvergabe geöffnet, Friseure dürfen wieder arbeiten. Im Freien dürfen sich zehn Personen mit Maske treffen. Ab dem 8. Mai dürfen Restaurants und Bars nach monatelanger Zwangspause wieder ihre Außenbereiche öffnen. Die Einreise ist nur mit ausgefülltem Formular und negativem PCR-Test erlaubt. Nach Einreise müssen Menschen mindestens für sieben Tage in Quarantäne, am siebten Tag ist ein Test Pflicht. Wer mit Auto, Bus oder Bahn einreist und weniger als 48 Stunden bleibt, ist von PCR-Test- und Quarantänepflicht ausgenommen.

Dänemark: Die Geschäfte haben geöffnet, Cafés, Restaurants und Bars dürfen seit einer Woche wieder Kunden bedienen - im Inneren allerdings nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion nachweisen können. Vollständig geimpfte Touristen aus Deutschland könnten bald ohne Test- und Quarantäneanforderungen einreisen, eine endgültige Entscheidung steht dazu aber noch aus.

Frankreich: Sofern es die Lage zulässt, sollen Anfang Mai die Bewegungseinschränkungen aufgehoben werden. Außerdem könnten Außenbereiche von Restaurants und bestimmte Kultureinrichtungen wieder öffnen. Bei der Einreise aus der EU muss ein negativer PCR-Test vorgelegt und per Ehrenerklärung bestätigt werden, dass keine Covid-Symptome vorliegen.

Malta: Der Inselstaat will ab dem 1. Juni für den internationalen Tourismus öffnen. Schon ab dem 10. Mai dürfen Restaurants wieder Besucher willkommen heißen und bis 17.00 Uhr an Tischen bedienen. Einreisende aus Deutschland müssen in Malta aktuell nach Angaben des Auswärtigen Amtes einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein soll. Wie genau die Vorschriften im Juni sein werden, auch für Geimpfte, ist noch nicht voll bekannt.

Niederlande: Die Niederlande haben trotz anhaltend hoher Corona-Zahlen die ersten Maßnahmen seit dem strengen Lockdown von Mitte Dezember gelockert. Die abendliche Ausgangssperre ist abgeschafft, Geschäfte dürfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gaststätten im Außenbereich unter Auflagen wieder Gäste bedienen. Von Einreisen wird derzeit noch dringend abgeraten. Touristen brauchen bei der Rückkehr einen negativen Corona-Test und müssen in manchen Bundesländern auch in Quarantäne. Für Geimpfte gibt es bislang keine Vorteile.

Polen: Schrittweise Öffnungen sind geplant. Vom 8. Mai an dürfen Hotels Gäste bis zu einer Auslastung von 50 Prozent beherbergen. Die Außengastronomie soll ab dem 15. Mai starten. Ab dem 29. Mai soll der Restaurantbetrieb in Innenräumen mit halber Auslastung möglich sein. Reisende aus EU-Ländern müssen sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Das gilt jedoch nicht für vollständig Geimpfte und für Personen, die einen negativen PCR- oder Antigentest vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Slowakei: Geschäfte sind unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln wieder geöffnet. Gastronomiebetriebe dürfen wieder in ihren Außenbereichen Speisen und Getränke servieren. Ungeimpfte Touristen müssen nach vorheriger Internet-Registrierung eine 14-tägige Quarantäne antreten, von der ein "Freitesten" nach frühestens acht Tagen möglich ist. Geimpfte dürfen sich diese Zeit verkürzen, indem sie sich sofort nach der Einreise einem PCR-Test unterziehen.

Spanien: Am 9. Mai endet der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch nicht klar. Alle Hoffnungen des extrem vom Tourismus abhängigen Landes für eine wieder normale Sommersaison richten sich auf den digitalen Impfpass.

Tschechien: Die Infektionslage hat sich deutlich gebessert. Schon bald könnten alle Geschäfte öffnen, eine Entscheidung darüber steht aber noch aus. Die Einreise nach Tschechien ist weiterhin nur mit triftigem Grund möglich.

Quarantäne? Aber doch nicht für Geimpfte, oder?

Derzeit müssen Personen, die sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben, Anmelde-, Test- und Nachweispflichten erfüllen sowie sich in Quarantäne begeben. Wer mit dem Flugzeug nach Deutschland reisen möchte, muss sich im Abflugland auf eine Corona-Infektion testen lassen. Diese Bestimmung gilt vorerst noch bis 12. Mai. Das bedeutet: Wer beispielsweise auf Mallorca positiv auf Corona getestet wird, muss auf der spanischen Insel in Quarantäne bleiben.

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Das Land Baden-Württemberg hat die Quarantäneregeln aufgrund der Virus-Mutationen auch für die Einreise aus dem Ausland verschärft.

Für vollständig Geimpfte sowie Menschen nach einer Erstimpfung und einer vorhergehenden Covid-19-Infektion hat Baden-Württemberg die Quarantäne-Regelung gekippt. Das bedeutet: Nach der Reise in ein Risikogebiet sowie Kontakt zu einer infizierten Person gilt für sie keine "Absonderungspflicht" mehr. Auch Personen, die von einer Covid-19-Infektion (die nicht länger als sechs Monate zurück liegt) genesen sind, müssen nach Einreise aus einem Risikogebiet nicht in Quarantäne.

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