Schwere Unwetter im Kreis Calw (Foto: Aaron Klewer / Einsatz-Report24)

Starkregen und tennisballgroße Hagelkörner

Unwetter-Serie im Juni hat Schäden in Milliardenhöhe angerichtet

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Die Unwetter im Juni haben auch und vor allem in Baden-Württemberg heftig gewütet. Laut deutschen Versicherern entstand der höchste Hagel- und Regenschaden seit Jahren - und die Aussichten sind düster.

Die bundesweiten Unwetterserien im Juni haben einen versicherten Sachschaden von rund 1,7 Milliarden Euro angerichtet. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin unter Berufung auf eigene Schätzungen mit. "Es hat sich erneut gezeigt, welch große Schäden Hagel und Starkregen innerhalb kürzester Zeit anrichten können", erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Hagel hinterlässt hohe Schäden in Baden-Württemberg

Die Versicherer rechnen momentan mit 600 Millionen Euro für Hagelschäden an Gebäuden und Hausrat sowie weiteren 400 Millionen Euro für Wasserschäden. Die Autoversicherungen kalkulieren mit 700 Millionen Euro für Lackschäden durch Hagelkörner - vor allem in Baden-Württemberg.

Tennisballgroße Hagelkörner beschädigten zahlreiche Häuser und Autos. (Foto: Pressefotograf Dennis Duddek)
Tennisballgroße Hagelkörner beschädigten zahlreiche Häuser und Autos in Baden-Württemberg. Pressefotograf Dennis Duddek

In der zweiten Junihälfte war es in Deutschland zu mehreren Unwetterserien gekommen. Zunächst wurde Süddeutschland getroffen, wobei in Baden-Württemberg teilweise bis zu tennisballgroße Hagelkörner herunterkamen. Danach zogen zudem mehrere Tage Gewitterfronten mit heftigen Regenfällen und Sturm über das Land. Vielerorts wurden Keller und Gebäude überflutet.

Unter anderem die Region Tübingen wurde im Juni hart getroffen. So berichtete SWR Aktuell am 23. Juni über die Unwetter:

Allein die SV Sparkassenversicherung rechnet infolge der Unwetter in den letzten Wochen mit einen Schaden von 150 bis 200 Millionen Euro. Im Zeitraum vom 21. bis 29. Juni seien inzwischen mehr als 26.000 Schadensmeldungen eingegangen, teilte die Versicherung am Donnerstag in Stuttgart mit. Täglich kämen noch weitere dazu. In Baden-Württemberg seien besonders die Regionen Oberschwaben, Alb-Donau, Reutlingen, Stuttgart und Tübingen sowie einzelne Gemeinden im Schwarzwald stark betroffen gewesen. Die SV Sparkassenversicherung ist der Marktführer unter den Gebäudeversicherern in Baden-Württemberg.

Schlimmste Unwetter seit Jahren - Aussichten düster

Künftig müssten sich die Menschen darauf einstellen, dass solche Unwetter häufiger auftreten und sich auch die Intensität erhöht, so GDV-Chef Asmussen. Da nur knapp die Hälfte der Gebäudebesitzer einen Schutz vor Naturgefahren wie Starkregen oder Hagel hätten, sei die Höhe der tatsächlichen Schäden weitaus größer. Der Verband schätzt, dass 54 Prozent aller Wohngebäude nicht ausreichend versichert waren.

Die Unwetter im Juni haben demnach die zweitschlimmsten Hagel- und Starkregen-Schäden seit 19 Jahren verursacht. Höhere Hagelschäden hatte es demnach zuletzt bei einem Unwetter 2002 gegeben. Diese fielen damals mit zwei Milliarden Euro aber noch einmal deutlich höher aus.

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