Ein abgebrochener Ast liegt auf dem Boden.  (Foto: SWR)

Deutscher Wetterdienst gibt Entwarnung

Nach Sturm "Hendrik" in Baden-Württemberg: Lage hat sich beruhigt

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Der erste Herbststurm des Jahres hat auch in Baden-Württemberg für Schäden und Verletzte gesorgt. Am Freitag beruhigte sich die Lage laut Deutschem Wetterdienst weitestgehend.

Das Sturmtief "Hendrik" hat am Donnerstag auch in Baden-Württemberg mancherorts Schäden angerichtet. Bäume stürzten um, Ziegel wurden von Dächern geweht, eine Windkraftanlage ging zu Bruch. In Malsch (Kreis Karlsruhe) wurde ein Mann durch einen umstürzenden Baum lebensgefährlich verletzt. Nahe Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) wurde nach Angaben der Polizei eine Person durch einen herabfallenden Ast verletzt.

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Vereinzelte Einschränkungen im Bahnverkehr

Vielerorts kam es zu Behinderungen im Bahnverkehr. Die Dreiseenbahn zwischen Titisee und Seebrugg und die Höllentalbahn zwischen Hinterzarten und Himmelreich (alle Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) waren wegen des Sturms gesperrt - dieser hatte Oberleitungen beschädigt. Der Streckenabschnitt der Bahn zwischen Hinterzarten und Seebrugg ist inzwischen wieder frei. Es müsse aber in nächster Zeit noch mit Verspätungen und einzelnen Zugausfällen gerechnet werden, teilte die Bahn in ihrem Reiseplaner mit.

Auch der S-Bahn-Verkehr im Rhein-Neckar-Kreis war gestört, weil der Sturm die Oberleitungen beschädigte. In der Region Heilbronn-Franken gibt es weiterhin Ausfälle bei der Stadtbahn. Auch am Freitag sind in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vereinzelte Einschränkungen im Nahverkehr zu erwarten, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Bundesweit normalisiere sich der Bahnverkehr wieder.

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Stromnetz beschädigt

Laut Netze BW, dem größten Stromnetzbetreiber in Baden-Württemberg, kam es im ganzen Land zu kleinen bis mittleren Störungen. Im Main-Tauber-Kreis, im Kreis Heilbronn sowie im Neckar-Odenwald-Kreis und im Kreis Tübingen sei es zu Stromausfällen gekommen. Die Reparaturarbeiten vor Ort würden die nächsten Tage andauern.

Im Windpark Nattheim (Kreis Heidenheim) zerstörte der Sturm die Flügel einer Windkraftanlage.

Windrad bei Nattheim mit vom Sturm beschädigten Flügeln steht im Wald. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Mit abgerissenen Flügeln ist ein Windrad in einem Waldstück zu sehen. Die Trümmerteile der Windkraftanlage wurden vom Sturm weggeschleudert. Picture Alliance

Auch Schäden in der Region Stuttgart

In Ludwigsburg und Stuttgart-Vaihingen sind aufgrund der Wucht des Sturmtiefs zwei Gerüste auf nebenstehende Gebäude gestürzt, wie die Polizei mitteilte. Das Riesenrad auf dem Stuttgarter Schlossplatz stand vorübergehend still und der Fernsehturm öffnete erst am Donnerstagnachmittag.

Orkanböen auf dem Feldberg

SWR-Reporter Christoph Gerlitz war am Donnerstagmorgen unterwegs auf dem Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) und berichtete von Orkanböen.

Auf dem Feldberg erreichten die Orkanböen Geschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometer pro Stunde, sagte SWR-Wetterexperte Andreas Machalica.

Orkanartige Böen (Bft 11) in den letzten 3 h: Trier (RLP): 116 km/h Tholey (SL): 113 km/h Dörrmoschel (RLP): 109 km/h Berus (SL): 107 km/h Gerbrunn (LK Würzburg, BY): 105 km/h (Berge ausgenommen; dort Max. auf dem Feldberg/Schwarzwald mit 166 km/h!) #Sturm #Sturmböen #Orkanböen https://t.co/jHmXTNDBh3

In Südbaden sorgte der Sturm für umgestürzte Bäume und zeitweise blockierte Straßen. Besonders betroffen mit insgesamt 50 Einsätzen von Feuerwehr und Polizei waren die beiden Nachbarlandkreise Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald. Es kam dort sowie im Schwarzwald-Baar-Kreis zu mehreren Verkehrsunfällen.

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Freilichtattraktionen bleiben geschlossen

Wegen des ersten Herbststurms im Land blieben auch einige Freilicht-Attraktionen geschlossen: das Traumland an der Bärenhöhle in Sonnenbühl (Kreis Reutlingen) und die Klosterbaustelle Campus Galli in Meßkirch (Kreis Sigmaringen). Die Hängebrücke Wildline in Bad Wildbad im Kreis Calw soll aufgrund des Sturms erst am Freitag wieder begehbar sein.

Aufgrund des Unwetters blieb auch der Zoo in Heidelberg am Donnerstag vorsorglich geschlossen. Auch die Pforten des Schlossgartens im nahen Schwetzingen blieben wegen der Unfallgefahr durch Ast- und Baumbruch geschlossen.

Karlsruhe und Mannheim: Anrufe im Minutentakt

Die Polizei in Karlsruhe berichtete dem SWR von Anrufen fast im Minutentakt. Auch im Rhein-Neckar-Raum sorgte der zunehmende Wind für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr. So wütete der Sturm auch in Mannheim und sorgte dafür, dass mehrere Lastwagen auf der Rheinbrücke quer standen. Die Feuerwehr berichtete von 20 Einsätzen.

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Bei den meisten handelte es sich um umgestürzte Bäume und umhergewehte Gegenstände, unter anderem an Baustellen. In der Stadt konnten die Menschen am Donnerstag weder Parks noch Friedhöfe besuchen, es fanden jedoch Beerdigungen statt. "Besucher von Trauerfeiern bitten wir, wegen der drohenden Ast- und Baumbruchgefahr die Hauptwege nicht zu verlassen", hieß es aus dem Rathaus.

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SWR