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Mit dem Herbst beginnt die Erkältungs- und Grippesaison. Es wird geschnieft und gehustet, und wegen der Corona-Pandemie steigt die Verunsicherung: Wie lassen sich die Anzeichen für Erkältung, Grippe und Covid-19 unterscheiden?

Langsam wird es kälter, die Tage werden dunkler und das Leben spielt sich wieder vermehrt drinnen ab. Damit steigt auch die Zahl derjenigen, die über Halsschmerzen, Schnupfen und Fieber klagen. In Zeiten der Corona-Pandemie wirft das Auftreten von solchen Symptomen bei vielen Menschen gleichzeitig die Frage auf, ob es sich nur um eine relativ harmlose Erkältung oder eine Infektion mit dem Coronavirus handelt. Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Erkältung, Grippe, Corona: Was sind typische Symptome?

Eine laufende Nase oder wiederholtes Niesen muss – vor allem in der derzeitigen Übergangsphase von Spätsommer auf Herbst – nicht gleich bedeuten, dass man sich mit dem Coronavirus angesteckt hat.

Eine Frau putzt sich am 07.11.2019 in Hamburg in einem Park die Nase (gestellte Szene) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst (Symbolbild))
Nicht jede laufende Nase bedeutet gleich eine Corona-Infektion. Schnupfen tritt häufiger bei Erkältungskrankheiten auf. picture alliance / dpa Themendienst (Symbolbild)

Deswegen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die wesentlichen Unterschiede zwischen den Symptomen von Erkältung, Grippe und Corona aufgelistet und einen speziellen Steckbrief für das Coronavirus erstellt. Laut RKI treten folgende Symptome bei Covid-19-Infizierten am häufigsten auf:

  • Husten (trocken) 45 Prozent
  • Fieber 38 Prozent
  • Schnupfen 20 Prozent
  • Störung von Geruchs-/Geschmackssinn 15 Prozent
  • Weitere Symptome: Pneumonie (Lungenentzündung), Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz (Bewusstseinsstörung)

Für eine Grippe-Erkrankung sprechen dagegen eher Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, Husten (mit Auswurf), Kopfschmerzen und Müdigkeit. Das RKI bietet mit der "Arbeitsgemeinschaft Influenza" (AGI) zur jeweiligen Grippesaison auch eine eigene Webseite mit Informationen zu Atemwegserkrankungen in Deutschland an.

Bei einer Erkältung kommt es primär zu Symptomen wie Halsschmerzen und Schnupfen, die sich auch eher langsam und ansteigend entwickeln.

Die Symptome im Vergleich (Quelle: RKI)
SymptomeCoronaGrippeErkältung
Hustenhäufighäufigselten
Fieberhäufighäufigselten
Schnupfengelegentlichgelegentlichhäufig
Atembeschwerdenhäufighäufigselten
Halsschmerzengelegentlichgelegentlichhäufig
Gliederschmerzengelegentlichhäufigselten
Kopfschmerzengelegentlichhäufigselten
Durchfallgelegentlichselten bis gelegentlichselten
Müdigkeithäufighäufiggelegentlich

Aber Vorsicht: Diese Übersicht ersetzt natürlich noch keine Diagnose. Eine endgültige Abklärung der Symptomatik kann nur ein Corona-Test verschaffen. Denn manchmal kann ein Krankheitsverlauf auch völlig unspezifisch sein und trotzdem durch eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus ausgelöst worden sein.

Kann ich selbst Corona und Grippe unterscheiden?

Vor allem die Ähnlichkeiten zwischen den Symptomen und die unspezifischen Krankheitsverläufe machen es Laien nicht unbedingt einfacher, die Krankheiten zu unterscheiden. Das betont auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V., Professor Bernd Salzberger, gegenüber der Apotheken-Umschau.

"Für Laien ist es in den ersten Tagen nicht möglich, zu unterscheiden, ob sie an Covid-19 oder einer Erkältung erkrankt sind."

Bernd Salzberger, Präsident Deutsche Gesellschaft für Infektiologie

Laut Salzberger gibt es keine charakteristische Kombination aus Symptomen, die eher für die eine oder die andere Erkrankung spricht. Als einen einigermaßen sicheren Hinweis für eine Grippe sieht der Infektiologe jedoch das "schlagartige Krankheitsgefühl, das Betroffene regelrecht überfällt". Bei Corona oder einer Erkältung berichteten Erkrankte eher von einem langsameren Verlauf mit steigender Intensität der Beschwerden. Sicherheit bringe letztlich aber nur ein Corona-Test.

Was muss ich bei Symptomen tun?

Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) raten ausdrücklich dazu, bei all den genannten Erkrankungssymptomen zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte so gut es geht zu reduzieren.

Zur häuslichen Quarantäne informiert die #BZgA mit Hinweisen und Empfehlungen unter https://t.co/Z0p6XII0aG https://t.co/pVUKV1tpnX

Außerdem sollte die sogenannte "AHA"-Formel aus Abstand, Hygiene und Alltagsmaske eingehalten werden und eine telefonische Beratung erfolgen. Dazu können folgende Kontaktstellen angerufen werden:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (unter der Telefonnummer 116 117), die Praxis des Hausarztes (oder eines anderen behandelnden Arztes), die eingerichtete Corona-Hotline vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (unter der Nummer 0711/904-39555, Mo-Fr, 9 bis 18 Uhr) oder gegebenenfalls lokal vorhandene Fieber-Ambulanzen.

Bei einer solchen telefonischen Beratung beurteilen Arzt oder Ärztin den Schweregrad der Erkrankung und entscheiden, ob ein Corona-Test nötig ist oder nicht. Für einen gesammelten Überblick haben BZgA und das RKI zusätzlich ein Merkblatt mit allen Verhaltenstipps erstellt. Ohne einen Termin sollten Menschen mit Krankheitssymptomen jedoch auf keinen Fall in einer Arztpraxis auftauchen, um sich und andere zu schützen.

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