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Das Universitätsklinikum Ulm wird alleiniger Träger der Unversitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm, RKU. Das teilten die Gesellschafter am Dienstag mit. Für die RKU-Beschäftigten soll sich nichts ändern.

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Durch die Änderung der Beteiligungsverhältnisse an den Rehabilitationskliniken in Ulm würden sich "keinerlei unmittelbare Veränderungen" für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RKU ergeben, das teilte der Vorstandsvorsitzende der Uniklinik Ulm, Professor Udo Kaisers, mit. Die RKU sollen als hundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums weitergeführt werden und als eigenständiger Akteur der Gesundheitsversorgung erhalten bleiben, hieß es.

An der Universitätsklinik Ulm werden aktuell rund 50 Corona-Infizierte versorgt (Foto: SWR, Maja Nötzel)
Universitätsklinik Ulm übernimmt RKU Maja Nötzel

Bislang teilen sich die Sana Kliniken AG und die Universitätsklinik die Trägerschaft. Nun wurde die Übernahme der Anteile der Sana Kliniken AG durch das Universitätsklinikum vereinbart. Allerdings soll die Sana Kliniken AG weiter für die Geschäftsführung des Klinikbetriebs zuständig sein und so auch den Übergang an die Uniklinik Ulm begleiten.

Ulmer OB Czisch: " Ich bin erleichtert"

Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) erklärte zur Übernahmevereinbarung, beide Seiten könnten mit dem Ergebnis gut leben. Er sei erleichtert, dass die langen und schwierigen Verhandlungen zu einem guten Ende gefunden haben.

"Die Stadt Ulm ist als Mitbegründerin der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) den Kliniken besonders verbunden und auch stolz auf ihren hervorragenden Ruf."

Gunter Czisch, Ulmer Oberbürgermeister
Gebäude des RKU (Rehabilitationskrankenhaus) in Ulm (Foto: SWR, Petra Volz)
Künftig sollen die Rehakliniken Ulm, RKU, eine hundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums Ulm sein Petra Volz

Monatelange Verhandlungen

In der Pressekonferenz am Dienstag sprachen beide RKU-Gesellschafter von vertrauensvollen intensiven Gesprächen. Mehr als ein Jahr war verhandelt worden. Wie es nun zur Einigung kam, dazu wurde bislang offiziell nichts mitgeteilt. Aber jetzt ist die - nach Worten von OB Czisch - "Hängepartie" um die Rehabilitationskliniken beendet.

Künftige Struktur der RKU

Das Management der RKU bleibt weiter bei den Sana Kliniken AG, damit bleibt auch die Geschäftsführung gleich. Auch für die Beschäftigten soll sich nichts ändern, die bisherigen Arbeits- und Tarifverträge blieben bestehen. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der Uniklinik Ulm, Professor Udo Kaisers am Dienstag.

"Keiner der Beschäftigten muss sich Sorgen machen, dass sich durch den Wechsel der Trägerschaft Nachteile ergeben...wir haben die Absicht, als alleiniger Gesellschafter in der Zukunft das RKU als eigenständige, leistungsfähige Einheit zu betreiben."

Professor Udo Kaisers, Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Ulm

Hintergrund der Meinungsverschiedenheiten

Die Uniklinik Ulm wollten die Rehakliniken mit der Uniklinik viel stärker vernetzen. Denn die Neurologie und die Orthopädie lagen komplett bei den RKU. Der private Krankenhausbetreiber Sana Kliniken als gleichberechtigter Gesellschafter wollte diese Pläne nicht mittragen. Das Uniklinikum kündigte daraufhin zum Jahresende 2020 den Gesellschaftervertrag.

Marktwert und Transaktionsvolumen unklar

Unklar ist im Moment, welchen Marktwert die RKU haben und folglich, wie hoch das Transaktionsvolumen der Übernahme sein wird. Bislang möchte die Uniklinik Ulm keine Stellungnahme zum Marktwert der RKU oder zum Kaufpreis abgeben. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums kostet die Übernahme insgesamt 86 Millionen, 46 Millionen übernimmt das Land Baden-Württemberg.

Martin Rivoir (SPD): "Durch Kündigung in schlechte Position gebracht"

Kritik kam im Landtag aus den Ulmer Reihen: Die Uniklinik Ulm habe sich durch die Kündigung des Gesellschaftervertrags mit den Sana Kliniken in eine schlechte Position für Verhandlungen gebracht, so der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir.

"Man hätte auf anderem Weg verhandlungsfähig mit der Sana, die über viele Jahre ein guter Partner in Ulm war, zu Streich kommen müssen, ohne mehr Geld für das ganze Krankenhaus auszugeben, als es dann eigentlich wert ist.“

Martin Rivoir, SPD-Landtagsabgeordeter aus Ulm

Diesen Vorwurf weist Ulrich Steinbach, Amtschef des Wissenschaftsministeriums und Aufsichtsrats-Vorsitzender des Uniklinikums Ulm, zurück. Er war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt und sagt, man habe vernünftig und verantwortungsvoll gehandelt und verhandelt.

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