Hauptzollamt Ulm - Jahrespressekonferenz

Corona-Pandemie: Mehr Drogen kommen mit der Post nach Ulm

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Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit des Ulmer Hauptzollamts verändert. So wurden bei Paketkontrollen viel häufiger Rauschgift gefunden als sonst, hieß es bei der Jahrespressekonferenz.

"Wenn verbotene Waren wegen der Reisebeschränkungen in der Pandemie nicht persönlich im Ausland geholt werden können, dann kommen sie halt mit der Post", so der Leiter des Hauptzollamts Ulm, Rainer Bühler am Montag. Der Drogenschmuggel hat sich in der Pandemie in den Versandhandel verlagert.

Drogen in Paketen versteckt

Insgesamt konnten die Beamten 372 Sendungen mit verbotenen Drogen und Betäubungsmitteln mit einem Ziel im Bezirk des Hauptzollamts Ulm im vergangenen Jahr abfangen.

Tisch voll mit beschlagnahmtn Drogensendungen (Foto: SWR, Maja Nötzel)
Der Leiter des Hauptzollamts Ulm, Rainer Bühler, präsentiert beschlagnahmte Drogen-Postsendungen. Maja Nötzel

Zum Vergleich: In den beiden Jahren zuvor waren es zusammen nur 300. Bis zur Jahreshälfte 2021 hat der Ulmer Zoll bereits über 300 Drogenpakete gezählt.

Drogensendungen in zentralen Frachtzentren herausgefischt

Die Drogensendungen stammen meist aus den Niederlanden, aus dem Großraum Amsterdam. In den Verteil- und Frachtzentren in Nordrhein-Westfalen filtern die Zollbeamten die verdächtigen Pakete raus. Ein verdächtiges Aussehen, der Absender, die Handschrift, das sind Hinweise weswegen die Beamten Drogen in den Päckchen vermuten. Diese kommen dann zum Hauptzollamt des Zielortes wie Ulm. Der Inhalt des Päckchens wird chemisch untersucht.

Wenn Drogen im Paket sind, dann ist es für den Zoll einfach, der Empfänger steht auf dem Päckchen schon drauf. Der Fall geht dann an die Staatsanwaltschaft.

"Insgesamt rund sechs Kilogramm Amphetamine, knapp drei Kilo berauschende Pilze, 1,4 Kilogramm Marihuana und 500 Gramm harte Drogen. Außerdem synthetische Drogen wie GHB oder Ephedrin."

Auch die Zollbeamten haben in der Pandemie verstärkt von zu Hause aus oder aus dem Büro gearbeitet. Die Schwarzarbeit wurde aber dennoch kontrolliert. Wenn auch weniger bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie.

Zoll kontrolliert weiter Schwarzarbeit

Im Vergleich zum Vorjahr stellten die Zollbeamten mehr Verstöße fest. Ergebnisse der Ermittlungen waren 3,1 Millionen Euro Straf- und Bußgelder, das sind 19% mehr als im Vorjahr, und 49 Jahre Haft, das ist eine Steigerung um 30%. Der aufgedeckte Beitragsschaden für die Sozialversicherungen betrug 12,2 Millionen Euro (+12%).  

"Wir haben uns auf die Branchen konzentriert, die nicht oder nur wenig durch die Coronakrise beeinträchtigt waren, wie die Baubranche oder die Logistik."

Noch zeigt sich nicht das ganze Ausmaß der Schwarzarbeit während der Corona-Pandemie. Zum Beispiel bei den Friseuren. Fabio Pix kann bestätigen, in dem Bereich hat die Schwarzarbeit zugenommen, doch wie sehr, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.

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