Baustelleneinrichtung auf der Zinglerbrücke in Ulm. Weil sich trotz Verbots zu viele Lkw und Busse durch die Baustelle zwängen, droht jetzt eine Vollsperrung.

Lkw und Busse fahren trotz Verbot

Warum der Zinglerbrücke in Ulm eine Vollsperrung droht

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AUTOR/IN
Sabine Bauer
Sabine Bauer
INTERVIEW
Maja Nötzel

Der Zinglerbrücke in Ulm wird derzeit saniert und ist deshalb für schwere und breite Fahrzeuge gesperrt. Viele fahren trotzdem durch - dem Ulmer Baubürgermeister reicht das jetzt.

Die Zinglerbrücke in Ulm wird derzeit saniert. Zwei der drei Spuren sind gesperrt. Es gibt ein Durchfahrtsverbot in Richtung Innenstadt für Fahrzeuge, die breiter sind als 2,20 Meter. Doch das wird von vielen ignoriert: Bereits kurz nach der Einrichtung der Baustelle teilte die Stadtverwaltung mit, zahlreiche Lkw- und Busfahrer hielten sich nicht an das Verbot und "quetschten" sich durch den engen Baustellenbereich. Dies behindere den Verkehrsfluss und könnte zu massiven Brückenschäden führen. Die Stadt appellierte damals nachdrücklich, der ausgeschilderten Umleitung zu folgen.

Ulmer Baubürgermeister droht Sperrung der Zinglerbrücke an

Offenbar mit wenig Erfolg: Am Dienstagabend sprach der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning (parteillos) im Bauausschuss des Gemeinderates Klartext. Zu viele Lastwagen- und Busfahrer hielten sich nicht an das Durchfahrtsverbot. Die Situation sei nicht mehr tragbar, so von Winning. Er kündigte einen letzten Versuch mit engen Betonleitwänden an. Sollte das nicht helfen, müsse die Zinglerbrücke bis zum Ende der Bauarbeiten Ende Juni komplett für den Verkehr gesperrt werden.

Im SWR-Interview beschrieb der Ulmer Baubürgermeister die Situation an der Zinglerbrücke noch einmal eindrücklich: Es gebe einen Sicherheitsdienst an der Brücke. Wenn dieser erkenne, dass Fahrzeuge an der letzten Abbiegemöglichkeit durchfahren, könne eine Signalanlage auf Rot gestellt werden. "Viele Fahrzeuglenker fahren trotzdem weiter, obwohl wir hinterherlaufen und versuchen, sie aufzuhalten." Fahrzeuge, die trotz Durchfahrtsverbots, roter Ampel und Sicherheitsdienst weitergefahren seien, müssten rückwärts aus der Baustelle geschleppt werden. "Das ist ein großes Problem, aber es ist immer noch besser, als wenn sie über die Brücke fahren und damit unsere Arbeiten kaputt machen."

"Wir müssen es wirklich definitiv ausschließen, dass schwere Fahrzeuge über die Brücke fahren."

Die Bauarbeiten an der Zinglerbrücke seien gerade in einem Stadium angelangt, in dem Schläge eines schweren Fahrzeugs auf sensible Stellen zu gravierenden Schäden führen könnten. "Wir müssen es wirklich definitv ausschließen, dass schwere Fahrzeuge über die Brücke fahren."

"Wenn das alles nicht fruchtet, müssen wir die Brücke sperren"

Bevor die Zinglerbrücke tatsächlich voll gesperrt werden müsste, setzt von Winning seine Hoffnung noch darauf, "die Abwehr dieser Fahrzeuglenker noch etwas zu erhöhen." Und zwar mit weiteren Verbots- und Umleitungsleuchtschildern bereits an der B10 und durch die weitere Einengung der Zufahrt etwa durch Betonleitwände.

Die Stadt gehe auch noch einmal auf alle Busunternehmen zu, die dort fahren. "Und wenn das nicht fruchtet und nicht wirklich in den nächsten Tagen gelingt, dann wird uns gar nichts anderes mehr übrig bleiben, als die Brücke komplett zu sperren."

Sperrung wäre "Rieseneinschränkung" für Ulmer Innenstadt

Die Sperrung der Zinglerbrücke wäre allerdings eine "Rieseneinschränkung" für die Ulmer Innenstadt, so der Baubürgermeister weiter. Sowohl die (ebenfalls derzeit sanierte und teilweise gesperrte a.d.Red.) Ludwig-Erhard-Brücke als auch die Zinglerbrücke seien mit das "Rückgrat" der Anbindung an die Innenstadt. Deswegen versuche man alles, um eine Sperrung zu vermeiden.

"Wenn die Zinglerbrücke jetzt geschädigt würde, so dass wir sie dauerhaft komplett sperren müssen, bis zu einem Ersatzneubau, dann wäre der Schaden für die Innenstadt unendlich viel größer." Für die Stadt Ulm sei eine jetzige Sperrung "der letzte Schritt."

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