Wolfgang Bunz (Foto: Wolfgang Bunz / DFB)

Physiotherapeut Wolfgang Bunz

Dieser Ulmer betreut die DFB-Stars bei der Fußball-WM in Katar

STAND
AUTOR/IN
Jürgen Klotz
Jürgen Klotz (Foto: SWR)

Die deutsche Fußballnationalmannschaft startet am Montag ihre WM-Mission Katar. Im Team dabei ist auch der Ulmer Physiotherapeut Wolfgang Bunz. Es ist seine siebte Weltmeisterschaft.

Der Ulmer Physiotherapeut Wolfgang Bunz betreut auch dieses Mal wieder die Fußballnationalmannschaft bei der WM. Er kennt die Diskussion um den Austragungsort Katar. Dazu äußern will er sich nicht, Wolfgang Bunz freut sich auf die WM. "Wir reisen in ein Land, das für sich ja schon mal spannend ist, außerdem ist es ein sportlich bedeutendes Turnier", sagt der 65-Jährige im Interview mit dem SWR.

Für Fußballfans klingt das, was auf Wolfgang Bunz jetzt zukommt, paradiesisch. Fünf Wochen lang ist er mit der Deutschen Nationalmannschaft unterwegs. Vorausgesetzt, sie kommt bis ins Finale. Was nach einer tollen Urlaubsreise klinge, sei aber keine. Es sei kein Urlaub, aber auch keine hohe Belastung, so Bunz. Man lebe in einem "Flow", einem Rhythmus mit Spiel und Regeneration.

Wolfgang Bunz (Foto: Wolfgang Bunz / DFB)
Wolfgang Bunz (vierter von rechts) beim Abspielen der Nationalhymne. Wolfgang Bunz / DFB

Ulmer Bunz ist einer von drei DFB-Physiotherapeuten

Als einer von drei Physiotherapeuten kümmert sich Wolfgang Bunz um die Gesundheit und Fitness der Spieler. Regeneration stehe da ganz oben auf der To-do-Liste direkt nach einem WM-Spiel. Trinken und Essen seien nach einem Spiel das Wichtigste.

In Katar bekomme auch die berühmte Eistonne wieder ihren großen Auftritt, sagt Bunz. "Die Belastung der Muskulatur wird durch die Kälte gut regeneriert. Die Immunsituation wird gestärkt durch die Kälte. Der Druck des kalten Wassers fördert die Durchblutung."

Bunz: Vorbeugung und Regeneration nicht nur für Profis wichtig

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft sei medizinisch perfekt versorgt. In der Vergangenheit sei das auch schon manchmal der Schlüssel für sportliche Erfolge gewesen, sagt Wolfgang Bunz. Medizin von einem anderen Stern sei es aber nicht, jeder Amateursportler könne sich da was abschauen. "Jeder engagierte Trainer einer Kreisliga-Mannschaft kann die Informationen verarbeiten. Vorbeugung und Regeneration ist für jeden Sportler wichtig, egal auf welchem Niveau er arbeitet."

"Wenn du einen Schlag mit dem Knie auf den Oberschenkel bekommst, dann hast du Schmerzen, dass du nicht mehr gehen kannst."

Wenn Deutschland spielt, kann es passieren, dass auch Wolfgang Bunz mal einen großen Auftritt hat und sogar im Fernsehen zu sehen ist. Der Physiotherapeut läuft mit dem Mannschaftsarzt zusammen aufs Feld, wenn sich ein Spieler verletzt und Hilfe braucht. Dabei gehe es darum, in Absprache mit dem Spieler schnell zu erkennen, ob dieser weiterspielen könne oder nicht. Oft genüge eine kurze Behandlung mit Eis. Schauspielerei der Spieler bei Fouls mag Wolfgang Bunz überhaupt nicht.

Bunz ist einer der Oldies im DFB-Tross

Die WM in Katar ist für Wolfgang Bunz die siebte im Kreis der Nationalmannschaft. Mit 65 Jahren ist er der Älteste im medizinischen Team. Erlebt hat er im DFB-Tross schon vieles. An den Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien erinnert er sich besonders gerne. Und eine Busfahrt bei der Heim-WM in Deutschland gehörte zu den emotionalen Höhepunkten. Es war die Fahrt vom Stuttgarter Flughafen in die Stadt Stuttgart zum Spiel um Platz drei. Zehntausende Fans standen am Straßenrand und jubelten dem DFB-Mannschaftsbus zu. "Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut", sagt Wolfgang Bunz.