LEA in Ellwangen (Foto: SWR, Hannah Schulze)

Aufnahmekapazität bereits überschritten

Wieder mehr Flüchtlinge: LEA in Ellwangen voll belegt

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Es kommen wieder mehr Flüchtlinge nach Baden-Württemberg. Die Aufnahmekapazität der Landeserstaufnahmestellen für Flüchtlinge (LEA) wird oft überschritten - wie etwa in Ellwangen.

Ein Schild weist auf die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Ellwangen hin (Foto: dpa Bildfunk, Daniel Maurer)
Die Aufnahmekapazität der LEA in Ellwangen wurde überschritten. Daniel Maurer

Aufgrund der Corona-Pandemie war die Aufnahmekapazität in der LEA in Ellwangen (Ostalbkreis) eigentlich reduziert worden. Die Einrichtung durfte nur noch bis zur Hälfte belegt werden - also mit 350 anstatt 700 Menschen. Derzeit wird diese Zahl jedoch laut Leitung der Erstaufnahmestelle überschritten.

Aktuell leben 425 Asylsuchende in Ellwangen. Viele kommen aus Syrien, dem Irak oder der Türkei. Unter ihnen sind vor allem viele Großfamilien - daher leben mehr als 160 Kinder und Jugendliche vorübergehend in der LEA. "Wir sind voll, aber das ist nicht mit der Flüchtlingskrise von 2015 zu vergleichen", sagt der Leiter der LEA in Ellwangen, Berthold Weiß. Die Situation sei "undramatisch".

Mehr Flüchtlinge in Baden-Württemberg

Nicht nur auf der Ostalb wurde die Aufnahmekapazität der Erstaufnahmeeinrichtungen überschritten. In ganz Baden-Württemberg sind laut Integrationsministerium die Zugangszahlen ausgereizt. Rund 4.000 Menschen (Stand 18.10.) sind derzeit in den Aufnahmeeinrichtungen untergebracht. Zwischen vier und sechs Wochen leben sie dort in der Regel. Dann werden die Flüchtlinge in die Stadt- und Landkreise verteilt.

LEA in Ellwangen (Foto: SWR, Hannah Schulze)
Rund 100 Flüchtlinge ließen sich bei einer Impfaktion in der LEA in Ellwangen gegen das Coronavirus impfen. Hannah Schulze

Rund 800 neue Plätze sollen landesweit geschaffen werden. Auf wie viele Plätze die LEA in Ellwangen aufgestockt werden kann, prüft derzeit das Justizministerium. Die Zimmer werden aktuell mit maximal zwei Menschen belegt. Bei Familien sei das jedoch anders. "Eine Familie ist eigentlich immer in einem Zimmer untergebracht", erläutert Weiß.

Hohe Impfbereitschaft unter Flüchtlingen

Viele Flüchtlinge kommen ungeimpft nach Deutschland. Daher sind auch mobile Impfteams in der LEA tätig. Die Impfbereitschaft ist groß, sagt der Leiter der Einrichtung: "Das heißt 60 oder 70 Prozent oder sogar noch höher."

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