Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur am 5. September

Ulmer Verein verteilt jüdisches Festtagsbrot für mehr Toleranz

STAND
AUTOR/IN

Je 125 jüdische Festtagsbrote "Berches" in Wiblingen und in der Ulmer Fußgängerzone verteilt der Verein "Partnerschaft für Demokratie Ulm". Er wirbt damit für Toleranz.

Das Brot mit anderen Menschen zu teilen, sei ein passendes Zeichen, um für ein friedliches Miteinander unter den Religionen zu werben, sagt Ulrike Häufele vom Verein "Partnerschaft für Demokratie Ulm". Der Anschlag auf die jüdische Synagoge in Ulm Anfang Juni hat die Frau sehr nachdenklich gemacht. Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur am 5. September hat sie sich nun diese Aktion mit ihrem Verein ausgedacht.

Verein verteilt jüdisches Brot in Wiblingen (Foto: SWR, Uli Zwerenz)
Das jüdische Festtagsbrot "Berches" ist ein mit Mohn bestreutes Weißbrot Uli Zwerenz

Das jüdische Festtagsbrot heißt "Berches", ein mit Mohn bestreutes Weißbrot in Zopfform. Die zwölf Stränge sollen an die zwölf Stämme Israels erinnern. In der jüdischen Kultur wird es nur zum Schabbat, dem wöchentlichen Feiertag der Juden, gebacken und gegessen. Es muss am Freitag vor Einbruch der Dunkelheit gebacken sein, da jegliche Arbeit am Schabbat verboten ist. In Ulm hat diesen Teil die Wiblinger Bäckerei Geiselmann übernommen.

"Man bricht zusammen das Brot, das gehört ja auch zur christlichen Tradition"

Aktion kommt gut an

Das kostenlose Brot verteilen kommt bei der Bevölkerung gut an. Laut Ulrike Häufele gibt es an diesem Freitag fast ausschließlich positive Reaktionen. Auch am Samstag verteilt "Partnerschaft für Demokratie Ulm" das "Berches". Der Verein setzt sich seit 2019 in Wiblingen und seit 2020 in Ulm für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in der Gesellschaft ein. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 300 solche Partnerschaften für Demokratie, die vom Bundesfamilienministerium unterstützt werden.

Ulm

Reaktionen aus Ulm Brandanschlag auf Ulmer Synagoge: Türkei liefert Tatverdächtigen nicht aus

Der Tatverdächtige des Brandanschlags auf die Ulmer Synagoge wird laut Landesregierung nicht von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert. Das führe die Ermittler in eine Sackgasse.  mehr...

Ulm

Aufruf der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ulm/Neu-Ulm Demo gegen Antisemitismus auf dem Ulmer Münsterplatz

Mehr als 100 Menschen haben am Donnerstagabend auf dem Münsterplatz in Ulm gegen Antisemitismus demonstriert. Sie zeigten Solidarität mit Israel und den jüdischen Gemeinden in Deutschland.  mehr...

Ulm/Lörrach

Prävention gegen Antisemitismus in Baden-Württemberg Ulmer Rabbiner wird als Polizeirabbiner berufen

Baden-Württemberg benennt als bundesweit erstes Land Polizeirabbiner. Für Württemberg wird der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik berufen, für den badischen Landesteil Moshe Flomenmann aus Lörrach.  mehr...

STAND
AUTOR/IN