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Die Wettervorhersagen werden wegen der Corona-Pandemie ungenauer. Das liege daran, dass kaum noch Flugzeuge in der Luft seien, sagt der Ulmer Meteorologe Sven Plöger.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Wir haben im Moment weniger Daten für die Wettervorhersage, weil die Flugzeuge fehlen, so der Ulmer Meteorologe Sven Plöger im SWR-Interview. Die meisten Flugzeuge bleiben am Boden, der Luftverkehr ist weitgehend eingestellt. Für das Klima mag das vorrübergehend hervorragend sein, für die Wetterkunde weniger.

Meteorologe Sven Plöger stammt aus Ulm und gehört zum ARD-Wetterstudio (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Henning Kaiser)
Meteorologe Sven Plöger stammt aus Ulm und gehört zum ARD-Wetterstudio Henning Kaiser

Flugzeuge liefern wichtige Daten

An Bord der Flugzeuge gibt es viele Messinstrumente, die alle sechs bis zwanzig Sekunden wichtige Informationen liefern über Druck, Feuchtigkeit, Temperatur und Wind. Diese Informationen nutzen die Meteorologen für ihre Computermodelle, um vorauszusagen, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird.

Jetstream-Daten fehlen

Beim Starten und Landen durchfliegen die Maschinen zudem verschiedene Luftschichten. Vor allem die Messungen in zehn Kilometern Höhe seien wichtig. Dort gibt es den berühmten Jetstream, ein Starkwindband, das bestimmt, was die Hochs und Tiefs am Boden machen. Bei einem Rückgang von 80 Prozent der Flüge würden all diese wichtigen Daten nun fehlen, so Plöger.

Alternativen: Bodenstationsmessungen und Wetterballons

Für ihre Wettervorhersagen können die Experten natürlich auf die Messungen der Bodenstationen zurückgreifen. Auch Wetterballons liefern Daten. Aber die benötigen Helium und können bei ihrem Aufstieg in höhere Luftschichten nur standortbezogene Daten liefern. Große Areale wie die Ozeane, wo man keine Ballons aufsteigen lassen kann, fallen für die Messungen aus. Plöger setzt große Hoffungen in den neuen Wettersatelliten der Europäischen Union. Er könne mittels Laser verschiedene Luftschichten erfassen und mehr Informationen liefern als bisherige Satelliten.

Flugausfall wirft Wettervorhersage um zehn Jahre zurück

Der Ausfall der Messdaten von den Flugzeugen werfe derzeit die Wettervorhersage zurück auf den Stand vor zehn Jahren, meint Plöger. Vor allem Kurzfristvorhersagen für die nächsten 48 bis 72 Stunden seien dadurch ungenauer, ebenso die Prognosen von Unwettern. Einen Trost hat der Wetterexperte jedoch: Schlechter sind nur die Wettervorhersagen, das Wetter aber nicht.

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