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Im "Fackelwurfprozess" vor dem Ulmer Landgericht haben die Verteidiger von vier der fünf Angeklagten am Mittwoch für eine Verurteilung wegen Nötigung plädiert, sich jedoch gegen Haftstrafen ausgesprochen. Das wiederum verlangt die Staatsanwaltschaft. Laut Verteidigung könne den Angeklagten die im Jugendrecht für Gefängnisstrafen notwendigen schädlichen Neigungen nicht nachgewiesen werden. Damit sind beispielsweise rechtsradikale Motive gemeint. Dennoch seien die Männer wegen Nötigung schuldig zu sprechen. Für den Hauptangeklagten wird eine Bestrafung mit Jugendarrest oder Verwarnung gefordert. Die Staatsanwaltschaft dagegen geht von einer besonderen Schwere der Schuld aus und fordert Haftstrafen für die 18 bis 20 Jahre alten Angeklagten. Sie sollen im Mai vergangenen Jahres in Erbach-Dellmensingen (Alb-Donau-Kreis) eine Fackel in Richtung des Wohnwagens einer Roma-Familie geworfen haben. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch fallen.

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Landgericht Ulm Fackelwurf in Erbach: Welche politische Einstellung trieb die Tatverdächtigen an?

Der Prozess um den Fackelwurf auf den Wohnwagen einer Roma-Familie in Erbach wird am Dienstag fortgesetzt. Von Zeugenaussagen erhofft sich das Gericht weitere Erkenntnisse über die politische Einstellung der Angeklagten.  mehr...

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