Batteriematerialien in großen Mengen herstellen

ZSW in Ulm: Spatenstich für neue Pilotanlage

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Peter Köpple
Peter Köpple (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
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Katja Stolle-Kranz (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Wieder ein Millionenprojekt beim Ulmer ZSW. Am Freitag war Spatenstich für eine deutschlandweit einzigartige Pilotanlage für Batteriematerialien, die auf dem Ulmer Eselsberg entstehen soll.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Ulm (ZSW) nimmt den nächsten Meilenstein für seine Batterieforschung in Angriff. Jetzt war feierlicher Spatenstich für einen viergeschossig geplanten Bau im Ulmer Science Park. Im neuen Zentrum sollen sogenannte Kathodenmaterialien in größeren Mengen künftig selbst hergestellt werden. Diese braucht man für Lithium-Ionen-Batterien in E-Autos.

Auf dem Ulmer Eselsberg entsteht eine neue Pilotanlage für Batteriematerialien. Am Freitag war Spatenstich für den viergeschossigen Bau, der in der Visualisierung einmal so aussehen soll.   (Foto: Pressestelle, ZSW Ulm, ZG Architekten)
Auf dem Ulmer Eselsberg entsteht eine neue Pilotanlage für Batteriematerialien. Am Freitag war Spatenstich für den viergeschossigen Bau, der in der Visualisierung einmal so aussehen soll. Pressestelle ZSW Ulm, ZG Architekten

30 Millionen für moderne Pilotanlage

30 Millionen Euro Steuergelder fließen in das Projekt namens "Powder-Up!". Zehn Millionen kommen vom Land, 20 Millionen vom Bund. Bei der Herstellung von Kathodenmaterialien sind bisher unterschiedliche Materialien in Erforschung. Diese erhält das ZSW in Ulm aber immer nur in ganz geringen Mengen aus der Chemieindustrie. In der neuen Anlage können schon bald Materialchargen bis zu 100 Kilogramm selbst hergestellt werden, teilt das ZSW mit. Solche Mengen seien erforderlich, um etwa große Batteriezellen für Elektroautos oder stationäre Speicher herstellen zu können. Mit dem Neubau wird es erstmals in Deutschland möglich sein, Batteriematerialien diesen Dimensionen außerhalb der Industrie zu produzieren.

Leuchtturm Projekt mit modernster Technik

Mit dem neuen Bau können laut ZSW zudem notwendige Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich der Wirtschaftsstandort Deutschland in der Batterieentwicklung langfristig behaupten kann – insbesondere auch gegenüber asiatischen Wettbewerbern. In dem viergeschossigen Neubau kommen ausschließlich industrieerprobte Maschinen zum Einsatz, um eine erfolgreiche Produktherstellung unter seriennahen Bedingungen zu garantieren, teilt das Unternehmen mit. Die neue Anlage soll auch ermöglichen, künftig schnell unterschiedliche Produktmuster herzustellen und somit viel Entwicklungszeit einzusparen.

Die Inbetriebnahme der neuen Pilotanlage soll ab Dezember 2023 erfolgen. Erst im Februar dieses Jahres war Spatenstich für den Bau einer Brennstoffzellen-Forschungsfabrik des ZSW.

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