Corona-Schnelltests (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christophe Gateau)

Zahl der Tests hat sich verdoppelt

3G-Regel: Großer Andrang in Corona-Testzentren in Ulm

STAND
AUTOR/IN

Die Zahl der Corona-Schnelltests ist in Ulm deutlich gestiegen. Laut Stadt lassen sich aktuell fast doppelt so viele Menschen auf das Virus testen als zu Beginn des Augusts.

Die sehr hohe Nachfrage sei auf die seit dem 16. August geltende neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg zurückzuführen. "Neben geimpft und genesen sind auch Tests Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen und Gastronomie", sagte der erste Bürgermeister von Ulm, Martin Bendel, dem SWR.

Insgesamt haben demnach 30.000 Menschen im August die kostenlosen Bürgertests an den städtischen Testzentren genutzt. In den ersten zwei Augustwochen seien es durchschnittlich 5.000 bis 6.000 Tests pro Woche gewesen. In den vergangenen zwei Wochen sei die Zahl auf 8.000 bis 10.000 Tests angestiegen. Vor allem an den Wochenenden gebe es mehr Besucherinnen und Besucher in den Zentren, so Bendel. Gut kommen vor allem die Drive-In-Zentren an.

Großer Andrang am Blautalcenter

Das ist auch am Samstagnachmittag auf dem Parkdeck des Blautalcenters in Ulm zu erkennen. Dort staut es sich sogar, dazwischen sind aber auch ein paar Passanten zu Fuß unterwegs. Alle warten auf ihren Termin.

Schnelltestzentrum im Blautal-Center (Foto: SWR, Sarah Umla)
Im Blautal-Center ist der Andrang fürs Schnelltesten am Samstagmittag groß. Sarah Umla

"Wir fahren nach Stuttgart ins Hotel und da brauchen wir einen negativen Test", erzählt eine junge Frau, die im Auto wartet. Ein paar Meter hinter ihr, steht ein Mann zu Fuß an. Er braucht ein negatives Ergebnis, um nach England zu fliegen. Ein paar Reisende sind an diesem Samstag unter den Getesteten, aber viele brauchen das Ergebnis auch für alltägliche Dinge wie eine 14-Jährige, die mit ihren Großeltern ansteht. "Weil ich in die Läden und was Essen gehen möchte und ich bin noch nicht geimpft", erzählt sie.

Die Corona-Impfung ab zwölf Jahren wird erst seit Mitte August von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Kinder haben also noch nicht all zu lange die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Daher stehen auch viele Familien mit Kindern zum Testen an.

Prof. Fegert: Keine psychische Belastung durch Testen bei Kindern

Eine psychische Belastung sieht der ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Ulmer Universitätsklinikums, Prof. Jörg Fegert, jedoch nicht: "Dahinter steckt eine rationale Vorgehensweise und die muss man Kindern erklären." Ängste würden eher von Eltern übertragen, sodass dadurch Blockaden entstehen. "Je stärker belastet die Eltern in der Corona-Phase sind, desto stärker sind auch die psychischen Belastungen bei den Kindern", erläutert Fegert. Grundsätzlich gehöre das Testen bei vielen Kindern und Jugendlichen aber zur Routine.

Viele der Menschen, die sich im Blautal-Center am Samstag testen lassen, sind nicht geimpft. Einige sind verunsichert. "Weil ich noch keiner Information richtig geglaubt habe", erzählt ein junger Mann. Andere warten ab, wollen weiter beobachten, wie es den Geimpften nach der Spritze geht und entscheiden dann neu, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

Das denken Getestete in Ulm über kostenpflichtige Schnelltests

Für Ungeimpfte ist ein Corona-Schnelltest für viele Bereiche obligatorisch. Noch sind die Angebote an den Stationen kostenlos, das soll sich aber im Oktober ändern. Das Echo ist bei den Getesteten in Ulm geteilt. Ein Passant kritisiert, dass Geimpfte keine Tests machen müssen: "Die Geimpften übertragen das Virus genauso wie die Ungeimpften." Ein anderer Mann sieht darin einen richtigen Weg, um die Impfakzeptanz auszubauen. Eine Frau findet die Kosten der Schnelltests für Kinder und Jugendliche nicht richtig. "Jeder hat seine Meinung, aber Kinder haben mit 14 vielleicht noch nicht die Reife, daher sollten Tests für sie nichts kosten", meint sie.

Mehr zum Thema

Ulm/Neu-Ulm

Zwischen Inzidenzwert und 3G-Regel Corona-Regeln: Das sind die Unterschiede zwischen Baden-Württemberg und Bayern

Während in Baden-Württemberg nicht mehr die Inzidenz den Alltag bestimmt, greifen auf bayerischer Seite nach wie vor bei steigenden Werten verschärfte Regeln. Ein Überblick.  mehr...

Ulm, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim, Aalen, Neu-Ulm

Das Coronavirus und die Folgen für die Region Ulm und Ostwürttemberg Live-Blog zum Coronavirus: Südafrika-Reisende sollen sich testen lassen

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf den Alltag rund um Ulm, Neu-Ulm, Heidenheim, Aalen und Schwäbisch Gmünd? In unserem Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen zusammen.    mehr...

Ulm

Mehr Intensivpatienten, höhere Inzidenzwerte Uniklinik Ulm: Stecken mitten in der vierten Welle

Ulm steckt mitten in der vierten Corona-Welle. Das sagt der stellvertretende Leiter der Task Force Corona am Uniklinikum Ulm. Die Zahl der Intensivpatienten sei deutlich gestiegen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN