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Im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen laufen derzeit immer mehr Keller voll. Grund sind nach Angaben der Stadt die anhaltenden Regenfälle: Der Grundwasserspiegel steigt.

Die Feuerwehr ist seit einigen Tagen fast pausenlos im Einsatz, so eine Sprecherin der Stadt Neu-Ulm. Am vergangenen Wochenende habe rund 50 Einsätze im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen gegeben, sagte der Kommandant der Feuerwehr Neu-Ulm, Andreas Hoffzimmer, dem SWR. Die erste Alarmierung sei am Freitagmorgen erfolgt. In mindestens 50 weiteren Häusern mussten sich die Betroffenen selbst helfen.

Voll gelaufener Kellerabgang (Foto: SWR, Walter Notz)
Auch bei Bruno Walter drückte das Wasser in den Keller. Walter Notz

Teilweise stand das Wasser 50 bis 60 Zentimeter hoch in den Kellern, so Hoffzimmer. Viele der Bürgerinnen und Bürger seien darauf nicht vorbereitet gewesen. Die Feuerwehr habe Wassersauger und Pumpen eingesetzt.

Grundwasserpegel steigt stellenweise um einen 1,20 Meter

Durch die starken Regenfälle sei der Grundwasserspiegel in den letzten Tagen um mehr als einen Meter gestiegen. Das Wasser drücke durch Kellerwände, außenliegende Treppengänge und sogar durch Fugen und Risse in den Bodenplatten in die Häuser.

Bei Bruno Walter laufen bis zu sechs Pumpen gleichzeitig, um das Wasser aus dem Keller zu befördern. Anfangs war die Feuerwehr mehrfach in seinem Haus im Einsatz.

"Wir können gar nicht so schnell pumpen, wie das Wasser an anderer Stelle wieder eindringt."

Das Auspumpen der Keller zeige wenig oder gar keinen Erfolg und ergebe kaum einen Sinn, solange der Grundwasserspiegel so hoch ist. Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) war am Sonntagmittag in Gerlenhofen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

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Warum stieg der Grundwasserspiegel so plötzlich an?

Jochen Meissner, der Leiter der Hauptabteilung Tiefbau in Neu-Ulm, spricht gar von einem Jahrhundertereignis. Einen so schnellen Anstieg des Grundwassers habe er noch nie erlebt. Viele ungünstige Faktoren seien in den vergangenen Tagen zusammen gekommen: Lokale Starkregenfälle und Dauerregen, sowie die ansteigenden Pegel von Donau und Iller. Dazu kämen die kiesigen, durchlässigen Böden.

Der Landgraben in Neu-Ulm-Gerlenhofen ist teilweise über die Ufer getreten (Foto: Pressestelle, Stadt Neu-Ulm)
Der Bach Landgraben in Gerlenhofen ist teilweise über die Ufer getreten. Pressestelle Stadt Neu-Ulm

Betroffene sollen weiterhin die 112 wählen

Den Bürgern rät die Feuerwehr, regelmäßig den Keller zu kontrollieren und wertvolle Gegenstände in Sicherheit zu bringen. Vor Betreten der Räume sollten aber elektrische Anlagen außer Betrieb genommen werden. Auch wenn das Auspumpen derzeit wenig Erfolg zeigt, wird außerdem dazu geraten, die Feuerwehr zu rufen, wenn der Keller unter Wasser steht.

Die Regenmassen im Kreis Neu-Ulm haben auch das Museum für bildende Kunst in Nersingen-Oberfahlheim getroffen. Das Museum ist bis auf Weiteres geschlossen. Laut Mitteilung des Landratsamtes steht im Keller des Historischen Bräuhauses Wasser. Kunstwerke seien nicht beschädigt, heißt es weiter.

Probleme mit dem Grundwasser werde es immer geben. Wie man da vorbeugen kann? Jochen Meissner zuckt mit den Schultern. Bauherren in gefährdeten Gebieten sollten möglichst einen dichten Keller mit einer sogenannten Weißen Wanne bauen.

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